Im März brachte uns Mohicain nach Kordel bei Trier. Am alten Bahnhof vorbei folgten wir der schmalen Straße bis zum Parkplatz am Fuße von Burg Ramstein. Durch das Butzerbachtal wanderten wir hinauf, bei fünf Grad und Regenschauern.
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Durch das Butzerbachtal
Samstag, 30. März 2013Durch den Märzschnee
Mittwoch, 13. März 2013Am Sonntag sind wir bei fünf Grad und Regen durch das Butzerbachtal gestapft. Fotos folgen. Heute haben wir uns bei Trier durch Sonne1 und Schatten,2 durch Wald und über Berge bewegt. Diese Bilder tu’ ich zuerst ins Blog, bevor der schöne Schnee wegtaut.
Jahrzehntelang gab es in Trier keinen richtigen Winter: Schnee blieb nie, nie, und niemals nicht liegen. Seit drei oder vier Jahren ist das anders. Die wenigen Zentimeter auf den Fotos gelten in der hiesigen Gegend als beachtlich, zumal sie binnen weniger Stunden über uns gekommen sind.
Weghindernis
Dienstag, 1. Januar 2013Morsche Baumkrone auf dem Waldweg am Rompertsbach, kurz vor dessen Mündung in den Sirzenicher Bach. Letzterer begleitet den Mühlenweg in Trier Pallien und mündet dann in die Mosel.
Der grünbemooste Stamm befindet sich hinter dem Wegverhau, die Stämme und Äste rechts im Bild liegen schon länger. – War alleine unterwegs, konnte daher niemanden ins Geäst stellen zwcks Größenvergleich. Das Kleinzeug unten reichte mir bis über die Hüfte. Ja, ich bin da durchgeklettert. Nach sorgfältiger Beobachtung der Lage und Stabilitätstests an den großen Ästen.1 Schließlich wollte ich über Silvester zum Pachtgarten.
Das Foto habe ich danach aufgenommen. Hätte auch zurückgehen und den parallel verlaufenden Weg nehmen können, aber irgendwie gehe ich nicht so gern an einem Schießstand vorbei. Tiefer im Wald waren nach dem Dauerregen einige Wegabschnitte zu Matschfeldern mutiert, die Gefährte der Waldarbeiter haben ihre Gangbarkeit nicht eben verbessert. Da es an Neujahr schon wieder Schauer gab, wählte ich für den Heimweg eine andere Strecke.2
Mehr dazu:
Drei Wochen später bin ich wieder dort vorbeigekommen: Winterwald I: Hinweg
Silvesterbeute
Dienstag, 1. Januar 2013Premiere im Düsterbunt
Montag, 10. Dezember 2012SERAPHIM – Mea Culpa. So fantastisch wie Sandra Baumgärtners Blick auf Trier gibt sich das Umfeld ihrer zweiten Veröffentlichung. Unter dem Motto Vampire in Trier lud die Autorin Anfang November zur Buchpremiere in die TUFA.
Im Vorfeld gab es jede Menge Werbung: Bei 16vor.de hieß es “Neuer Vampirroman aus Trier”,1 5vier.de kündigte an: “Seraphim: Mea Culpa” – Premiere am 3. November in der Tuchfabrik. Die Autorin selbst warb bei Twitter für den Abend, nannte den Termin auf ihrer Homepage. Bei Facebook schrieb sie mehrfach davon, unter anderem auf der Seite Große offizielle BUCHPREMIERE von `SERAPHIM: Mea Culpa´, Band 2 der Vampir-Saga. Auf kulturland-rpl.de hieß es Seraphim: Mea Culpa-Premiere – 3. November 2012 – Trier, die Saarbrücker Zeitung meldete Seraphim – Mea Culpa (Vampirsaga). Auch die Trierer Tageszeitung erwähnt die Veranstaltung in Von düster bis heiter.
All diese Artikel sprechen von einer Buchpremiere. Neugierig auf das zweite geniale Cover aus Fantasios Werkstatt suchte ich vor Ort nach dem Büchertisch, entdeckte stattdessen Karten zum Vorbestellen. Der Abend fand ohne Buch statt, Mea Culpa existierte noch nicht.
Für den Nachbericht fragte ich bei Baumgärtners Verleger Rainer Breuer, ob es dazu eine offizielle Stellungnahme des Verlags gebe. Antwort: Vampire in Trier sei keineswegs als Buchpremiere zu betrachten, sondern als schöner Genreabend im Halloween-Umfeld. Veranstaltet habe ihn der Kulturverein éditions trèves, nicht etwa der Verlag kleine schritte.2
Hier also mein Eindruck von der Nichtpremiere:
Samstag, dritter November 2012, zwanzig Uhr. Trier – wo man sich trifft. Völlig unverabredet stiefelte ich durch den Regen zur Tufa, nur um vor der Tür Oliver Wetter vorzufinden: Den Designer von Sandra Baumgärtners genialen Buchcovern, auch bekannt als Fantasio. Mit uns standen noch vier oder fünf andere Leute vor der Tür, obwohl es schon stark auf acht Uhr zuging.
Wenn ein halbes Dutzend Zuschauer vor dem falschen Eingang wartete, musste die Veranstaltung gut besucht sein … Wir kannten zwar nicht unbedingt einander, wohl aber den Haupteingang der ehemaligen Tuchfabrik in der Wechselstraße. Die Internetinfos zur Buchpremiere vermerkten durchaus etwas von “Eingang soundso”, doch offenbar hatte nicht nur ich dieses Detail sofort wieder vergessen. So riesig ist die TUFA nicht, da würde man schon auch über die Haupttür reinkommen.
Falsch gedacht. Den Veranstaltungsraum wussten wir alle: Großer Saal. Die Leute vor mir hatten das gläserne Treppenhaus bereits erkundet, in jeder Etage hatten sie verschlossene Türen vorgefunden. Ein Hinweiszettel sprach vom ersten Stock. Er log. Trotzdem stiegen wir erneut bis in die zweite Etage – vielleicht hatte inzwischen jemand aufgeschlossen. – Fehlanzeige. Wieder im Erdgeschoss, entdeckte einer von uns eine Flügeltür mit Schild: Großer Saal! Doch auch diese Pforte wollte uns nicht einlassen.
Ich wiederum kannte die Verbindungstür zum Textorium, der tufaeigenen Kneipe. Gaststuben sind mein Metier, also stiefelte ich hinein und fragte die Thekenfrau nach den Vampiren. Freundlich wies sie zum Nebeneingang, zu sehen durch die Glastür auf der gegenüberliegenden Seite des Gastraums. Aha! Freudig holte ich meine Türgenoss/inn/en aus den Tiefen der Tufa und führte sie durch das Tex zur Abendkasse des großen Saals.
Die Kasse hütete Rainer Breuer höchstselbst, Verleger & Autor beim Verlag kleine schritte. Über ein breit angelegtes Stufenpodest betraten wir einen tatsächlich gut gefüllten Saal. Kein Tisch mehr frei, Fantasio und Hettenwerk durften sich dazusetzen. Wie ich später erfuhr, hatte es einen Sekt3 gegeben, den hatten wir verpasst. Auch die erste Weinprobe war längst ausgeschenkt und leergetrunken. Ich schaffte es, eine weinkundige Frau mit Flasche an unseren Tisch zu locken, nachdem sie mehreren anderen Gästen nachgeschenkt hatte. Gerecht teilte sie die letzten paar Centiliter auf unsere beiden Gläser auf. Auf meine Frage hin nannte sie einigermaßen erstaunt die 2011er Riesling Spätlese.4
Wir nippten, scherzten, sahen uns um, plötzlich wurde es stockdunkel. Offenbar hielten überdies alle die Luft an, denn nach Sekunden erstaunten Gemurmels trat vollkommene Stille ein. Als sich das fast schon unbequem anfühlte, materialisierte ein lauter Trommeltakt Asherah Latifa aus dem Off. Ein Spotlicht und Musik brachte sie mit sich, tanzte die Stufen des Podests hinunter und zwischen den Tischen hindurch bis zur Bühne.
Dem furiosen Start folgte Maria Kulowska. Eine Musikerin und ihr Cello im Dämmerlicht der Bühne, gemeinsam bewirkten sie mehr als das Hightechequipment so mancher Gruftidisco. Von diesem Instrument habe ich keinen Plan, mich faszinierte seine Klangfülle. Die Sanftheit des Spiels wo nötig, die Schrägheit mancher Passagen, die sich Kulowska eigens für diesen Abend ausgedacht hatte.
Nach dem Applaus gesellte sich Rainer Breuer im Premierenmantel zu ihr, mit Mikrofon, rezitierte ein Gedicht. Verse und Cello passten gut zusammen.5
Den genauen Ablauf des Programms habe ich nicht mehr im Kopf – ich glaube, dann las Sandra Baumgärtner eine Szene mit Vampir und Opfer aus Seraphim – Mea Culpa. Dem folgte die erste Bauchtanzperformance von Asherah und Ryka.
Bauchtanz und Lesung, wie stimmt das nun wieder zusammen? In dem Fall hervorragend. Zu den getragenen Klängen von Voodoo (Godsmack)6 wagte Ryka, Asherah von sich zu stoßen. Asherah rächte sich, indem sie Ryka mit Puppe und Nadel erledigte. Eine sehr gelungene Performance, das Publikum erlebte das Geschehen spürbar mit und applaudierte begeistert.7
Inhaltlich bereitete uns der bellydance auf Baumgärtners zweite Leseprobe vor. Nebel stieg auf, kaltblaue Düsternis statt der Gelb- und Rottöne der Tanzdarbietung. Während der Lesungen lag der Große Saal im Finstern, nur punktuell erhellt von den winzigen Elektroteelichtern der Tischdekoration. Im schwachen Schweinwerferbunt schimmerte das Gewand der Autorin mal grünlich, mal bläulich. Ihr Manuskript glühte regelrecht, ein gelungener Effekt. Ab und an schwand das Licht fast völlig und ich fragte mich, ob sie den Text auswendig vortrug: Die anfangs noch skeptische Seraphim bekommt von einem Voodoomeister eine Puppe überreicht, die verstörenderweise Leander Kayrans Initialen trägt.
Ob Cellosolo, Cello mit Rezitat, Tanzperformance oder Lesung: Die Beleuchtung setzte jede Darbietung hervorragend in Szene, holte die Künstler aus dem Dunkel, ließ sie darin versinken. Nach zwei Durchgängen erkühnte sich Baumgärtner zur Behauptung, das Programm sei nun zu Ende. Es sei denn, das Publikum wünsche eine – “Haha”, schrie das Publikum (oder jedenfalls ich), “Zugabe!” Wir klatschten und bekamen unseren Willen.
Erheiterndes Lokalkolorit: Scheinbar unbedarft steigt Seraphim zu einem Typen ins Auto, der offenkundig ein Sexabenteuer sucht. Als vermeintliches Opfer tritt die Vampirschöne im blauen Licht einer Tankstelle auf. So ziemlich jeder Moselmetropolaner dürfte den Namen dieser Treibstoffquelle kennen. – Später, in der einsamen Grillhütte, dreht Sera den Spieß um …
Die Autorin las mit unterschiedlichen Stimmen, beschwor überzeugend den üblen Charakter von Leanders Todfeind Lucijan Davorin. Fast glaubte ich, ihn zu sehen. Gehüllt ins prächtige Gewand seiner Schöpferin, verborgen in ihrer Gestalt. Anlässlich der Premiere von Band eins der Vampirsaga hatte ich Sandra Baumgärtner erstmals lesen gehört. Eineinhalb Jahre lang hat die Autorin dieses Buch durch die Republik gefahren, hat daraus gelesen auf zahlreichen Events.8 Nachvollziehbar daher Baumgärtners Versprecher, sie habe uns Carpe Noctem vorgestellt – der Band erscheine hoffentlich bald im Handel. Nach einer winzigen Pause der Zwischenruf ihres Verlegers: “Mea culpa!”9
Übrigens erwies sich die Tischbeleuchtung neben dem zierenden Effekt auch als nützlich beim Auffinden des Naschwerks10 und der Weingläser. Dem Riesling folgte ein halbes Glas Rotwein, das Probierwilligen am Thekentisch eingeschenkt wurde: 2011er Römerhof Spätburgunder, ein köstlicher Rotwein, seit Jahren immer wieder prämiert. Vielen Dank für die Informationen an den ob meiner Frage etwas ungehaltenen Herrn Breuer.11
Für eine Buchpremiere Nichtpremiere durften wir ein beachtliches, zudem rundum gelungenes Programm genießen. Möglich gemacht haben den Abend die Künstlerinnen und Künstler, das Tufa-Team, das im Hintergrund an der Technik gewirkt hat, und nicht zuletzt knapp einhundert Gäste. Außerdem eine Reihe von Sponsoren, die uns Baumgärtner wärmstens empfahl: CityRadioTrier 88,4 * Blesius Garten in Olewig * Buch Solar aus Trier * Zahnarztpraxis Chybych, ebenfalls Trier * Schreibwaren Diederich aus Schweich * Küchen Kirch aus Waldrach
Anbei ein paar visuelle Eindrücke. Von meinen Fotos waren nur zwei tauglich, die prächtigsten Verschwommenheiten können Sie im Sneak Preview zu diesem Bericht genießen. Ansonsten habe ich Einzelszenen aus kleinen Videos extrahiert.12
Mit einem Link zum Bestellen oder auch nur einem voraussichtlichen Erscheinungstermin kann ich leider noch nicht dienen. Immerhin meldete die Autorin Anfang Dezember, sie habe die Druckfahnen fertig überarbeitet und mit ihren Korrekturwünschen an den Verlag zurückgesendet. Seraphims Fans dürften jubeln, endlich geht es voran.
Update 26.12.: Wenn man mal Facebookpause macht … Die ersten Buchexemplare sind am 20. Dezember bei der Autorin eingetroffen. Interesse? Bestellen Sie Seraphim – Mea Culpa z.B. auf Sandra Baumgärtners Homepage.
Mehr dazu:
- Vampire in Trier
Blogbericht von Asherah - Seraphim: Mea Culpa
Kurzinfo zum Inhalt auf Sandra Baumgärtners Homepage - Premiere von ‘SERAPHIM – Mea Culpa’
Nachbericht auf Sandras Baumgärtners Homepage - Premiere von `SERAPHIM:MeaCulpa´ am 3.11.2012
Premierenbericht auf Seraphim – Vampirsaga bei Facebook - Cover von Seraphim – Mea Culpa
- 18. März 2013: Link entfernt, weil Artikel leider nicht mehr verfügbar [↩]
- Verein und Verlag, schreibt mir Herr Breuer, hätten “direkt nichts” miteinander zu tun. Ein Besuch der Homepages beweist das aufs Einleuchtendste. [↩]
- Rigodolum extra brut, Römerhof Riol, wie alle Weine diese Abends [↩]
- Ist es so ungewöhnlich, wissen zu wollen, was man probiert? [↩]
- Mich als Altgruftipunk hat die Darbietung nicht vom Hocker gerissen. Dazu kenne ich zu viele Vertreter der Neuen Deutschen Todeskunst. [↩]
- Ich glaube den Song aus alter Zeit von einer anderen Band zu kennen. Doch mir will ums Verrecken nicht einfallen, welche das gewesen sein soll. [↩]
- Die Zugabe: Wieder ein Augenschmaus, doch Resurrection von Blutengel fügte sich nicht ganz ein in die Atmosphäre. Wenn ich mir das Lied auf Youtube anhöre, kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Doch an jenem Abend in der Tufa, nach dem sehr erwartungsvollen Vorapplaus, klinkte sich das Publikum meinen Empfinden nach aus und ging auf Distanz. [↩]
- Ihrem Vortrag kam diese Erfahrung sehr zugute. [↩]
- Herrlich! [↩]
- Dazu kann ich mich mangels Begeisterung für Süßigkeiten nicht äußern. Laut Autorin blieb nicht mal ein Krümel übrig. Fantasio probierte eine Schokokugel am Stiel, die seinen Beifall fand. [↩]
- Die beiden Winzer bieten guten Wein, deshalb werbe ich trotzdem dafür im Weblog. Nein, Herr Breuer, auf unserem Tisch lag kein Flyer zu den Weinen. Von einem Sekt haben wir nichts mitbekommen. Ihre Ansage habe ich einmal gehört, keine fünfmal, habe mir den Riesling selbst erfragt und korrekt gemerkt. Ebenso den Namen “Römerhof”, der in der Region nun mal häufiger vorkommt. [↩]
- Angefertigt zu genau diesem Zweck, weil dank meines Sehfehlers Bilder in so dunkler Umgebung vermutlich missraten würden. Leider ebenfalls von schlechter Qualität. Blitzlicht verwende ich nun mal sehr ungern, lästiges Geflacker. [↩]
Aus dem Tagebuch einer Flurrenovierenden VI
Freitag, 2. November 2012Wo ich schon mal dabei bin, erledige ich auch allerlei anderen Kram.
Mehr davon:
Aus dem Tagebuch einer Flurrenovierenden V
Dienstag, 30. Oktober 2012Wenn Sie die Bilder anklicken, gelangen Sie zur Großansicht mit Text.
Mehr davon:
Deutsches Bergbaumuseum Bochum: Fördertum Germania
Montag, 15. Oktober 2012Anfang August 2011 durfte ich in Heike Wulfs Wortcafé lesen, die Bochumer Ausgabe findet in der Mayerschen Buchhandlung1 statt. Gemeinsam mit anderen Autor/inn/en haben wir unsere Anthologie “Der himmelblaue Schmengeling” vorgestellt. Tags darauf zog es mich zum Deutschen Bergbaumuseum, alles Weitere erzählen die Bildunterschriften.2
Aus dem Tagebuch einer Flurrenovierenden III
Freitag, 12. Oktober 2012Heute: Die Türbodendichtung
- Alte Türbodendichtung der Wohnungstür entfernt: Schwebte ohne Kokosteppich 1+ cm über’m Boden. Zog wie Hechtsuppe. Lieferte außerdem Dünste aller Hausbewohner. #örgs
- Optimale Position der “neuen” Türbodendichtung (altes Erbstück) angezeichnet. Dichtung in Schraubstock geklemmt und zugeschnitten #Metallsäge
- Schutzfolie zu entfernen versucht: Nach all den Jahren existierte sie nur noch in inniger Verbundenheit mit der Klebefläche. Beides fiel gemeinsam ab. #facepalm
- Frau von heute, well equipped: Heißklebepistole aktiviert. Kleber vorschriftsmäßig trocknen lassen. Hat nicht geklebt.
- Feierabend. #nerv Bodendichtung vor den Türspalt gelehnt. #Mimikry
- Neuer Tag, neues Glück. #faitesvotrejeux
- Idee für die Wohnungstür: Innen die alte Türdichtung, außen die “neue”. Dann klappt’s auch mit den Nachbarn!
- Tür ausgehängt, Türblatt angeschliffen und gesäubert. Heißkleber auf Tür und alte Dichtung aufgetragen, sofort zusammengepappt. Festgehämmert. Zusätzlich Drahtstifte reingehauen. Hält. #ha
- Bedauert, die Position der “neuen”, außen anzubringenden Türbodendichtung nicht angezeichnet zu haben. #argh –> Nach Augenmaß montiert.
- Türrahmen mit Waschbenzin gereinigt, auf drei Seiten TesaMoll E-Profil reingeklebt.
- Tür wieder eingehängt. Ließ sich nicht schließen. Energisch versucht. Griff abgefallen. #huach
- Griff untersucht –> Splint vermisst. Gesucht, gefunden. #phew #fastwieSchatz
- Tür ließ sich noch immer nicht zudrücken. Tesa auf der Türgriffseite entfernt. Tür ließ sich schließen. #yeah Aber nicht absperren.
- Tür vom Hausflur aus betrachtet (Splint unter Beobachtung gehalten). Dieses Türblatt liegt rechts und links wenige Millimeter am Rahmen an. Fehler: Außen angebrachte Türbodendichtung zu lang. #facepalm
- Tür ausgehängt. Dichtung abmontiert, gekürzt, erneut angebracht. Schleifstellen auf beiden Seiten mit Lack ausgebessert. #Scheißlack #Stundengedauert Tür wieder eingehängt. Schloss und ließ sich absperren. Aber kein TesaMoll rechts.
- Tesa wieder angeklebt. #Sturheit Tür ließ sich weder schließen noch absperren. #kruzitürken — Das Tesazeug war teuer, das wird verarbeitet!!!1!ellef! #sakrament
- Tesa vom Rahmen ans Türblatt transferiert. Tür ließ sich nur schließen. Untere Tesahälfte entfernt. Tür lässt sich jetzt schließen und absperren. #har #WearetheChampionsmyFriend
- (Irgendwann dazwischen der Nachtruhe gepflegt etc)
- Alte Klingel abmontiert #SchellemitHammer
- Unvorsichtig im Flur umgesehen, Badtürrahmen und Dachkammertüroberlicht bemerkt. Beides kackbraun, mit einstmals weißer Wandfarbe versaut. #Vorvor…mieter=Depp
- Türrahmen und Oberlicht parallel zur Wohnungstür abgeschliffen, gesäubert, mit Malerkrepp abgeklebt und lackiert. Mit neuem Lack. #auchAcryl #aberbesser
- Feierabendhefeweizen #dunkel
Mehr davon:
Aus dem Tagebuch einer Flurrenovierenden II
Samstag, 6. Oktober 2012Aus dem Tagebuch einer Flurrenovierenden I
Samstag, 29. September 2012Oder: Wie asozial mein Flur einst aussah
- vier Bücherregale versetzt
- Sieben Meter z.T. durchgelaufenen Kokosteppich rausgenommen. Verlegt von einem Vorvor… #hust …mieter. #watt’nDreck
- Krume entfernt, Teppich zerstückelt. Nix Killerinstinkt – Vorschrift für die Entsorgung #Mülltonne
- Wandfarbe und Tapete von den Oberkanten der Fußleisten abgekratzt #Pfusch #Hass
- Ab und an Tapete gefetzt #Rauhfaser #dämliche –> glattgeschnitten. Teilweise Wand zerbröselt #Altbau –> ignoriert.

Assi, nech? Diesen Flur zu putzen empfand ich als Zeitverschwendung. Bin halt’n Altgruftipunk, nich Meister Propper.
- 15 cm Fußleiste wohl schon seit Jahren von der Wand gelöst, dahinter Loch mit Schutt. Öffnung auf Schatz geprüft (negativ), provisorisch verputzt.
- Aushärten lassen. Etwas höheres Brett als Power-Fußleistenersatz zugeschnitten und festgenagelt. #siehtscharfaus

Mit Klunkern hab’ ich nichts am Hut. Falls irgendwann doch, kann ich sie rechts im Restloch verstecken.
- Etliche Meter Teppichleisten entfernt – saßen ohne Kokos zu hoch.
- Unzählige ungeschickt verortete & verbogene Drahtstiftchen aus den Leisten gezogen, durch gescheite Stifte ersetzt #raushämmern #reinhämmern #aufso’mHohlblockziegel
- Fußholz flüchtig abgeschliffen, mit feuchtem Lappen gesäubert
- Teppichleisten in passender Höhe wieder angenagelt – damit das schlecht verlegte Linoleum nicht so rausguckt.
- Bedauert, diese Teppichleisten nicht vor dem Festnageln lackiert zu haben. #gnarf
- Feierabendhefeweizen #dunkel
Mehr davon:
Trierer Viezfest 2012
Mittwoch, 29. August 2012Nur mal eben einkaufen wollte ich letzten Samstag. Vom ersten Trierer Viezfest1 hatte ich zwar gelesen, vormittags indes noch nicht mit sowas gerechnet. Doch da lag es, unter den künstlich verstümmelten Bäumchen des Domfreihofs, den wir von der Windstraße her betraten.
Letztere machte ihrem Namen alle Ehre. Beharrlich strebten wir gen Bei-O-Gait, kämpften uns aus dem zielgerichtet die Dachschnittplatanen beliefernden Windkanal. Sonst hätten der Gefährte und ich den ersten Viez wohl schon um elf gekippt. So aber wurde es halb zwölf,2 und wir wollten auch nur probieren.
Zweieinhalb Stunden später waren wir doch glattweg am Scherfschen Viez hängengeblieben. Mussten dann endlich die Einkäufe nach Hause bringen, ein Häppchen essen und uns was überziehen.3 Der eher frische Wind wirbelte immer wieder Wolken hellen Staubes über den mit Kalksplitt befestigten Platz, trotzdem fanden wir es dort auch nach unserer Rückkehr gemütlich.4
So blieben wir denn bis zur Dämmerung, es mag am Viez gelegen haben. Oder an den Darbietungen der Musikanten: Bänkelsänger Andreas Sittmann und zwei Mitglieder der Gruppe Pipes ‘n’ Strings zogen im Wechsel durchs porzenstemmende5 Volk. Dazwischen spielte CityRadio Trier Lieder ab, erzählte uns unermüdlich, wo wir uns befanden,6 und befragte den einen oder anderen Besucher.
Moderator: “Wie lange sind Sie schon auf dem Trierer Viezfest?”
Gast [erstaunt]: “Schon seit elf Uhr. Hört man das denn nicht?”
Vielleicht lag es auch an den vielen Viezfreundinnen und -freunden, deren Zahl sich gerüchtehalber auf dreitausend belaufen haben soll. Alle mehr oder weniger eingestaubt und ausnahmslos guter Dinge.
Das Video zeigt das Stück Andro Set7 von Pipes ‘n’ Strings. Hochgeladen auf YouTube,8 mit freundlicher Genehmigung der Künstler.
Mehr dazu:
- Schmaustage Eppelborn 2012 Truckstore auf Andro
Untertitel: “Die Mittelaltertanzgruppe der Musik- und Folklorefreunde Wiesbach tanzt zu Musik von Pipes ‘n’ Strings auf den Schmaustagen Eppelborn 2012.” – Eine solche Darbietung könnte ich mir auch auf unserem Viezfest gut vorstellen. - Die Trierer Viezbruderschaft bei Facebook
- Veranstaltet von der Trierer Viezbruderschaft – eine schier überfällige Idee. Vielen Dank dafür! [↩]
- Noch immer nicht die Uhrzeit, zu der mich üblicherweise nach Alkohol gelüstet. [↩]
- Natürlich gab es auch etwas zu essen auf dem Viezfest: Dibbelabbes und Teerdich. Ob dieser Bezeichnungen misstrauische Gäste konnten auf Rostwürste zurückgreifen. [↩]
- Trotz der verkrüppelten Bäumchen. Einst standen hier mächtige Platanen — was glauben Sie, wie gemütlich das erst war! Angeblich krank, fielen sie der Anlage eines kirchlichen Aufmarschplatzes zum Opfer. – Huch, meine Lästerzunge. Ich meine natürlich: Der aus architektonischer Sicht wertvollen Umgestaltung des Domfreihofs. [↩]
- Als “Viez” bezeichnen die Moselfranken ihren bemerkenswert herben Apfelwein. Eine Viezporz ist ein Henkelkrug aus weißem Porzellan, traditionell fasst er 0,4 l. Aus der Porz schmeckt Viez am besten. [↩]
- Nebeneffekt einer Livesendung [↩]
- Abfolge mehrerer Andros, das sind französische traditionelle Folk-Tänze [↩]
- Erwarten Sie kein filmisches Wunderwerk. Ich hab’s für den Spaß aufgenommen und sehe bekanntlich schlecht. Leider kommt Youtube mit dem Hochformat nicht so gut klar, es schneidet meinen Film oben und unten ab. [↩]
Im Busental
Freitag, 17. August 2012Westlich von Trier, zwischen Markusberg und namensgebendem Dorf, plätschert der Sirzenicher Bach durch das Busental.1 Linksseitig fließen ihm Rompertsbach2 und Gillenbach3 zu, dann rauscht er über Kaskaden am Mühlenweg entlang. Unten im Stadtteil Pallien mündet er in die Mosel.
- Derzeit jedenfalls. Je nach Wetter zermetert er’s lieber. [↩]
- Meist trocken, weiter oben im Tal speist seine Quelle das Tretbecken [↩]
- Der mit dem kleinen feinen Wasserfall nahe dem Stadtwaldhotel gegenüber der FH. Nicht zu verwechseln mit dem Wasserfall des Sirzenicher Bachs in der Nähe der Wochenendhäuser kurz vor Sirzenich. [↩]
Impressionen in klein
Freitag, 20. Juli 2012Derzeit mache ich mich rar in den sozialen Netzwerken. Dies & jenes hält mich vom Onlineleben ab, außerdem renoviere ich meine weitläufigen Kniestockhallen. Die Schlafkammer prangt bereits in frischem Glanze. Nun ist das Lesezimmer dran, derweil sein Inhalt über alle anderen Räume verteilt ruht stört. Alles so schön eng hier.
Meine überaus originellen Fotos vom Altbaurenovierchaos sind leider einer nachgrippalen Demenz zum Opfer gefallen. Vielleicht sollte frau nicht ihre Bilder im Stapel bearbeiten lassen, während sie eigentlich Dübellöcher vergipst. Und in der Eile die veränderte Voreinstellung übersieht …
So kam es denn, dass all die herrlichen Impressionen jetzt unwiderruflich im Winzformat vorliegen. Vier davon möchte ich dennoch präsentieren:
Eigentlich hatte ich nur die Verkleidung der Heizungsrohre entfernen wollen. Doch so ganz allein hielt es die Tapete einfach nicht mehr aus an der Wand.
Recht kühl, die neue Optik. Konstatierte ein Grippevirus, und setzte mich tagelang außer Gefecht. Spülschicht ging noch eben so, sonst nichts mehr.
So nervt’s am wenigsten, das Kommunikationsgekabel.
Beim Renovieren schalte ich oft den Strom aus, da klappts nicht mal mit dem Telefon. Zum Onlinelabern muss ich den Kram jedes mal neu aufbauen. Entsprechend selten bin ich online. Entsprechend gut komme ich mit der Arbeit voran. Wenn ich nicht gerade spüle oder anderweitig abgelenkt werde.
Köln, Role Play Convention 2012
Dienstag, 15. Mai 2012Eigentlich wollte ich ja in ein Hostel. Doch Mohicain meinte, früh aufzustehen sei kein Problem. Er hat mich nämlich hingefahren. Feine Sache, Übernachtung gespart – dachte ich. Nächstes Mal nehmen wir das Hostel. Der Schlaf, der Verräter, er floh mich nach knapp vier Stunden. Um sechs Uhr morgens endete die Nachtruhe, um sieben sind wir aufgebrochen. Während der ganzen Fahrt goss es wie aus Eimern, im Kastenwagen hörten wir jeden Tropfen.
Der Weg zur Kölnmesse ist gut ausgeschildert, ihre grünen Wegweiser zeigen sich schon auf der A565. Im Stadtteil Deutz stehen die Messehallen, nicht weit vom Rhein, nördlich der Zugbrücke mit den mächtigen Bögen.1 Achtung, ein messenahes Schild lauert knapp hinter einer Kurve, an dieser Ausfahrt sind wir glatt vorbeigerauscht. Außerdem hatten einige der Anzeigetafeln vom Verkehrsleitsystem beschlossen, ihre Informationen für sich zu behalten. Doch uns hielt das nicht auf.

Gegen zehn berappte ich neun Euro Parkgebühr. Wir tranken den Espresso aus, legten etwas Geschmeide an und zogen zum Eingang Ost. Als Teilnehmerin am Lesewettbewerb von WerkZeugs hatte ich freien Eintritt, Mohicain habe ich eine Karte spendiert.2 Ab durch die Sperren, eine Rolltreppe hoch,3 dort verharrten Leute in zwei Reihen. Erst hielt ich das für ein Spiel. Doch sie standen wohl Spalier, das gefiel mir. Rechterhand lagen weitere Rolltreppen, oben Tumult: Eine brüllende Horde reckte die Waffen. Was das denn? – Nix wie hin!
Der Trupp sollte uns noch öfter begegnen, er zog in wechselnder Besetzung immer mal wieder durch die Halle.4 Vergeblich suchten wir den Stand von WerkZeugs. Schließlich habe ich dort angerufen, mich durchgefragt. Dann kam Mohicain auf die Idee, ins Programmheft zu schauen. Et voilà, ein Lageplan – genau an dieser Ecke waren wir mehrmals vorbeigelaufen. Memo: Die Zahlen an den Säulen sind die Gangnummern. Die Standnummern befinden sich auf dem Boden, sie sind in den seltensten Fällen zu sehen.
Den Lesewettbewerb hat Tom Daut gewonnen, diesen Autor hätte auch ich gewählt. Der Schöpfer der Sinistra bot eine halbstündige Siegerlesung, aufgelockert durch Accessoires und Musikeinlagen. Meine persönliche Zweitplatzierung: Isa Theobald mit der Geschichte vom Grauen.
Auf Fotojagd bin ich im Anschluss nicht gegangen, viel zu müde. Auch mit den andern Autor/inn/en habe ich mich nicht mehr unterhalten – schade, aber es gab einfach zu viel zu sehen. Danach hatte ich ein wenig Zeit am WerkZeugs-Stand verbringen wollen. Doch gegen 16 Uhr war ich nicht mehr ausnahmefähig, wir mussten die Heimfahrt antreten. Nächstes Mal nehmen wir das Hostel.
-zigmal sind wir durch die Halle und immer wieder über den Markt gestiefelt, beide ein wenig neben der Spur wegen der kurzen Nacht und der lärmigen Anreise. Im Programm standen Lesungen, Vorführungen und Workshops. Wir sahen Tische mit Spielen, Spielkonsolen, und Spieletrailer auf Leinwänden zu erheblicher Soundentfaltung. Es gab Stände aller nur erdenklichen Gruppen – Verlage, Verbände, Merchandise und was nicht alles. Auch die Tolkiengesellschaft hatte Vertreter entsandt, und neben dem Lesecafé unterhielt Volk aus Star Wars einen Stützpunkt.
Dazwischen tummelten sich die Besucher, viele in Kostümen. Sehr unterhaltsam die Durchmischung der Genres. Steampunks ließen sich von mittelalterlich Gewandeten fotografieren, flankiert von Militär. Darth Vader quatschte mit ‘ner Elfe. Tod überragte uns alle. Wikinger fläzten auf Bierbänken, Phantasiekrieger aller Zeitalter flanierten unter Kunstlicht und freiem Himmel. Dazwischen zwei Altgruftipunks, die allerdings waren echt.
Wir sind uns nicht ganz sicher, ob wir den Tag in Köln vielleicht doch nur geträumt haben, vielleicht im Hostel. Aber woher kommen dann die Schnappschüsse?
- Hohenzollernbrücke, führt zum Hauptbahnhof. In Deutz gibt es eine Bahnstation. [↩]
- Plus ein großzügig bemessenes Spritgeld, versteht sich, in seinem Falle Diesel. [↩]
- Die sehen Sie auf dem letzten Foto. [↩]
- Kurz vor der Heimfahrt ich daran vorbei bis zur Spitze getrabt und habe ihn gefilmt. Leider aber die Einstellung vermasselt – vier Stunden Schlaf sind wirklich wenig. [↩]






















