Archiv für die Kategorie „Crosstrainergeschichten“

Die Gefahren des Crosstrainings VII

Samstag, 14. Juni 2008

Nachdem ich das Training bereits letzte Woche arg vernachlässigt hatte, war ihm diese Woche bisher nur der Montag gewidmet. Erst gestern am späten Abend nutzte ich die herrlich kühle Luft für eine Trainingseinheit. Es war höchste Zeit, ich ging los wie ein zu fest aufgezogenes Spielzeug.

Wie ein Blechsoldat surrte ich, schwankend vor Eifer, hörte fast die Holmen zischen. Offenbar hatte sich ungenutzte Kraft angestaut, da floss eine Menge Energie ins Magnetbremssystem. Wieder wünschte ich, dieses Sportgerät könnte nebenher ein wenig Strom erzeugen und ins Netz einspeisen.

Das irre Tempo legte sich nach etwa zwanzig Minuten. Danach fühlte ich mich wieder normal und fand das Treten der Pedale im vertrauten Maße anstrengend. Heute habe ich Muskelkater in den Schienbeinen. Merke: Zu starkes Herabsetzen der wöchentlichen Dosis Crosstraining kann zu Kurbelstau führen.

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Die Gefahren des Crosstrainings VI

Freitag, 9. Mai 2008

Wenn ich mich mittels eines Ohrclips verkabele, misst der Computer des Crosstrainers meinen Puls. In der Trainingsanleitung steht zu lesen Schließen Sie Erschütterungen und Wackeln des Ohrsensors inclusive Kabel vollkommen aus. Ist das nicht knuffig? Wir reden hier wohlgemerkt von einem Crosstrainer, nicht von einer Ruheliege.

Nach dem Training kann ich per Knopfdruck die Fitnessnote ermitteln. Der Computer vergleicht dazu den Belastungspuls, also den Wert beim Betätigen des Knopfes, mit dem Erholungspuls. Zur Erholung gewährt er meinem Puls eine Minute. Die beide Werte setzt er in eine Formel ein, deren Ergebnis die Fitnessnote ist.

Ich nutze diese Funktion nur, weil ich dazu eine Minute lang neben dem Gerät stehen muss. Eine hervorragende Gelegenheit, die erste der lästigen Dehnungsübungen zu machen, bei der ich mich gern an den Griffstangen abstütze (Vorsicht beim Nachahmen, diese Stangen sind beweglich). Außerdem ist die Note immer mal wieder für einen Lacher gut. Manchmal drücke ich den Knopf nicht sofort nach dem Training oder beende das Training sehr langsam, um einen bestimmten Wert bei Zeit, Entfernung oder Kilojoule genau zu treffen. Dann bekommt der Computer den echten Belastungspuls natürlich nicht mit und bescheinigt mir nach einer flott durchkurbelten Stunde, die nicht einmal meinen Atem beschleunigt hat, allen Ernstes die Fitnessnote 5.8.

Auch die Pulsanzeige selbst birgt Überraschungen, der Wert steigt oder fällt bisweilen sprunghaft um zwanzig oder mehr Einheiten. Die Handpulssensoren sind noch ungenauer. Das kann ein Zeichen für schwächelnde Batterien sein, es kommt aber auch bei frischen vor. Zuverlässiger wäre eine Messung mit Brustgurt, der allerdings nicht im Lieferumfang enthalten ist. Ich fand, für eine ungefähre Kontrolle reiche der Ohrclip aus, außerdem ist Lachen gesund.1 Merke: Diese Computer nicht so ernst nehmen, sie zeigen gern spaßige Werte.

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  1. Inzwischen benutze ich den albernen Clip nicht mehr. []

Die Gefahren des Crosstrainings V

Montag, 7. April 2008

Um kurbeln zu können, müssen Sie sich keinen Crosstrainer kaufen. Der alte Heimtrainer tut’s auch. Oder Sie steigen auf’s Fahrrad. Als dritte Lösung bietet sich ein Verein an. Gibt’s da etwa Vereine für? Nee, ich wollte nur das seit der Reform mehr schlecht als recht geschriebene “Fitnessstudio” vermeiden. Der Vorteil eine solchen Fitvereins: Da wird auf Sie aufgepasst! Vermutlich gibt es auch immer die neuesten Geräte. Außerdem haben Sie ohne Gerät daheim so viel Platz wie nach dem Kauf nie wieder. Wenn Sie gesellig und mobil sind, ist also alles in Butter.

Sollte dagegen Ihr persönlicher Würg!–Faktor bezüglich Sport nur noch von dem für Sport-in-Gruppen übertroffen werden, sieht es schlecht aus. Sie wollen sich morgens aus dem Bett heraus mit verklebten Augen ungewaschen auf den Trainer tasten können? Und loslegen, bevor der Kopf sein Veto einlegt? Ihre Nase schreit keineswegs nach den Ausdünstungen zahlreicher Mitschwitzender? Die Zeit, die Sie für Packen, Anreise, Umziehen und umgekehrt benötigen, nutzen Sie lieber zum Trainieren?

Sie schätzen die kontemplative Stunde vorm offenen Fenster? Sie vermissen dabei weder das Schnaufen von Nachbarn noch deren Geschwätz? Sie wollen kurbeln, wenn Ihnen danach ist und nicht, wenn ein Gerät frei ist? Sie werden dabeibleiben und nicht nach drei Monaten aufhören? Das alles findet Ihre Zustimmung? – Sehr gefährlich, ein paar hundert Euro werden beim Kauf wohl draufgehen. Merke: Ein Crosstrainer kostet viel Geld, nimmt Platz weg und will benutzt werden.

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Zehn

Samstag, 5. April 2008
Altgruftipunk proudly presents:

Zehn Trainingskilometer in siebenundsechzig Minuten.

Yeah.

Die Gefahren des Crosstrainings IV

Donnerstag, 3. April 2008

Begeben wir uns in die Abteilung Selbstüberschätzung: Sie lesen bei Altgruftipunk, dass diese alte Wabbeltussi neun Kilometer auf dem Crosstraining durchhält, nur weil ihr blöder Biotanten-Kräutertee noch ziehen muss. Oder dass sie weitermacht, weil sie 8,5 Kilometer doof findet (denn ihr Gerät speichert nur ganze Zahlen) und sie vor sich selber gern mit den erkurbelten Kilometern angibt. Anstrengend scheint das ja nicht gerade zu sein, und dann passt sie auch noch in ihre Omihose, die vorher zu eng war.

Das können Sie ja wohl mit links, denken Sie sich. Und für neun Kilometer werden Sie mit Sicherheit keine ganze Stunde brauchen wie diese lahme Ente! Sie kaufen sich so ein Gerät, stellen eine läppische Stunde ein, denn man soll ja langsam anfangen, und legen mit Höchstgeschwindigkeit los. Wenn Sie wie lahme Ente, die alte Wabbeltante, vorher nie so etwas Ekliges wie Sport getrieben haben, werden Sie nach spätestens zehn Minuten dem Herzinfarkt entgegenjapsen.

Böse Falle! Fünfzig Kilometer an fünfzehn Tagen absolvieren zu können ist das Ergebnis eines monatelangen Trainings, das geht nicht aus dem Stand. Auch wenn es sich in manchen Beiträgen so anhört. Merke: Wenn Sie Altgruftipunk noch einmal als lahme Ente bezeichnen, müssen Sie mit Tod durch Erwabbeln rechnen.

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Die Gefahren des Crosstrainings III

Mittwoch, 2. April 2008

Ich wetzte im Hundetrab durch die Metternichstraße, sah zwei Jungen auf mich zukommen und dachte mir nichts dabei. Plötzlich verfiel der eine in seltsame, ruckartige Bewegungen. Er ahmte mich nach, und zwar genial treffend, sonst hätte ich das gar nicht verstanden. Was denn, so sieht das aus, wenn ich schnell gehe?!

Im Weitertraben achtete ich darauf und musste feststellen, dass ich tatsächlich wie beim Crosstraining die Schultern abwechselnd nach vorn werfe. Das muss unglaublich blöd ausgesehen haben bei meinem verschärften Tempo. Vielen Dank, kleiner Frechdachs, werde in Zukunft darauf achten. :D Merke: Teenager sind nicht immer betrunken, bei manchen weckt Ihr Anblick verborgene Talente.

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Die Gefahren des Crosstrainings II

Dienstag, 1. April 2008

Eine andere, latente Gefahr ist das unwillkürliche Aneignen neuer Bewegungsabläufe. Sie werden nach einiger Zeit regelmäßigen Trainings feststellen, dass Sie beim Gehen die Füße nicht mehr hoch genug heben, da das auf dem Trainer nicht notwendig ist. Hier steht der Fuß bei den meisten Modellen flach auf dem Pedal. Sie sind drauf und dran, das natürliche Gehen zu verlernen! Die böse Welt außerhalb der eigenen Wohnung wimmelt nur so vor Stolperfallen, die auf schleifende Füße lauern und alles, was sich darüber befindet, böswillig erden wollen. Merke: Beim Gehen die Pedale ignorieren.

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Die Gefahren des Crosstrainings I

Montag, 31. März 2008

Stellen Sie sich vor, Sie trainieren vorm Fenster auf dem Crosstrainer. Plötzlich geht draußen jemand vorbei. Sie beugen sich zur Seite um zu sehen, wer das ist und wo er hingeht. Sie werden es nie erfahren, denn die lange Griffstange, der Sie dadurch in die Quere kommen, schlägt Ihnen vorher die Zähne ein. Oder ein Auge aus, oder sie holt Sie gleich ganz vom Gerät. Bis alles verheilt ist, müssen Sie das Training wieder ganz neu aufbauen, und das wollen wir doch nicht. Merke: Beim Kurbeln nicht zur Seite lehnen.

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