





Spülküchengelaber
Küchenchef (zum Azubi, w): „Komm mal her, du machst jetzt Sauce Hollandaise. Da, Schüssel, Schneebesen, rühren. Rühren. Rüüührennn! Schneller! Noch schneller. Rühren, bis die Brüste wehtun!“
Kein Koch hebt auch nur den Mundwinkel. Finden sie nicht lustig.
Dann die knarzige Blues-Stimme der Küchenhilfe : „Hä … hä … hä …“
Küchenchef und Küchenhilfe pesen aneinander vorbei, jeder trägt etwas vor sich her.
Küchenchef (wendet sich halb um, verkündet heiter): „Ach, jetzt hätte ich Ihnen fast die Zähne eingeschlagen.“
Küchenhilfe (erschrocken): „Aah! Scheiße, wenn …“
Altgruftipunk (mischt sich ein): „Scheiße, ja. Dann gibt’s nur noch Suppe.“
Küchenhilfe: „… wenn man so klein ist. Genau in Einschlaghöhe.“
Nichts zu tun. Ein Koch füllt gefrorenen Stickstoff in eine Schüssel, trägt das kleine blaue Gefäß durch die Küche. Sein Blick hängt fasziniert am weißen Qualm. So pilgert er um den Herd herum, an der Küchenhilfe vorbei, zur Saladette, wieder zurück, an der Küchenhilfe vorbei. Beginnt von vorne … lässt eine dritte Runde folgen … eine vierte …
Küchenhilfe (beim Käseschneiden): „Jetzt ist aber mal gut.“
Koch (fistelt vor Entrüstung): „Lass mich und meine Schüssel!“
Die verdammte Handbrause ist noch immer kaputt, der Regulierhebel lässt sich nicht mehr fixieren. So will ich nicht arbeiten.
Altgruftipunk: „Chef, ich hab ‘nen Antrag auf Reparatur der Handbrause. Muss ich den schriftlich einreichen?“
Chef: „Wieso? Was ist damit?“ (Er stellt sich dumm? Schlechtes Zeichen.)
Altgruftipunk: „Der Feststeller fehlt.“
Chef: „Ja, den habe ich in der Hosentasche. Ist das von Relevanz?“ (Wusste ichs doch. Das kann dauern.)
Altgruftipunk: “Ist es.” (Das weiß er ganz genau.)
Chef: “Warum?”
Altgruftipunk (entnervt): “Sehnenscheidenentzündung!”
Küchenchef (zum Lehrling): „Deine letzten vierhundert Schnitzel waren tendenziell zu dünn.“
Küchenchef (über einen Koch): „Im Moment neigt er dazu, Fleisch so lange zu würzen, bis es nochmal tot ist.“
Der Chef sieht, dass ich Stress habe. Will helfen, packt einen Edelstahltopf am Stiel an.
Chef (lautstark): „Aaaaaaaaaaaah!“1
Altgruftipunk (fährt zusammen): „Was ist denn jetzt los?“
Chef (brüllt): „Der ist heiß!“
Altgruftipunk (lacht sich kaputt. Japst.): „Entschuldigung … Wahaha! … Ich kann nicht anders … Hahaha!“
Der Chef transferiert den Topf mit Hlfe eines Tuchs zum Regal. Dort entdeckt er einen Eimer voller Plastikfolie, hebt ihn anklagend hoch.
Chef: „Was ist das?“
Koch im Stress: „Weiß ich doch nicht.“
Chef (auf dem zweithöchsten Lautstärkelevel): „Was?!“
Koch im Stress: „Da hat halt wer was ausgepackt und nicht richtig aufgeräumt.“ (Saust ins Kühlhaus)
Küchenchef (aus einem fernen Winkel): „Wird hier gern gemacht.“
Chef (hinterm Koch her): „Räum das weg!“
Der Koch stürzt aus dem Kühlhaus, in der einen Hand balanciert er ein Blech voller panierter Schnitzel. Mit der anderen packt er den Inhalt des Eimers, stopft ihn wortlos in den gelben Sack,2 rauscht ab zum Herd.
Der Chef steht da mit dem leeren Eimer, knallt ihn auf den Spültisch und verschwindet Richtung Büro. Im Durchgang liegt ein Schlauch, weil irgendwer irgendwo irgend etwas reinigt.
Chef (im Off): „Raaaah! Was soll das denn hier? Geht’s noch? Hallo? Ihr Idioten!“ (Tobt davon.)
Küchenchef: „Mann, ist der nervig heute.“
Kollegin: „Darf ich den Müll rausbringen?“
Altgruftipunk: ?
Kollegin: „Dann kann ick nemmlich eene durchziehn.“
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Letzten Samstag Eklat in der Spülküche: “Was?! Du hast noch immer nichts gefunden? Das gibt’s doch gar nicht!” Drei Kolleginnen vom Service unterhalten sich mit meinem Spülerkollegen, ich stehe am Besteck, höre zu.
Der Kollege sucht seit langem eine größere Wohnung. Mit Frau und Sohn lebt er auf 40 Quadratmetern, am liebsten hätte er doppelt so viel Platz. In Trier-Süd oder im Osten der Stadt. Zu den Tiefen von West und Nord sagt er: “Wenn ich im Ghetto leben wollte, hätte ich schon vor Monaten umziehen können.”
Er arbeitet Vollzeit. Seine Frau bleibt zu Hause, kümmert sich um den Jungen, der bald seinen ersten Geburtstag feiert. Den Spülerjob macht mein Kollege zusätzlich, er besitzt einen Wohnberechtigungsschein. Zur Miete meint er, 500 – 600 € könne er zahlen. Warum findet er keine Wohnung?
“Das kannst du vergessen”, sagt er, deutet auf seinen Arm. Wir schauen ihn groß an, alle, bis auf Katerina vom Service. Sie nickt, hat ihn einmal begleitet: “Ich war noch nie in der Situation, dass ich eine Wohnung nicht bekommen hätte. Mit ihm habe ich das zum ersten Mal erlebt.”
Katerina ist Russin, mein Kollege Afrikaner. Er glaubt, aufgrund seiner Hautfarbe wolle ihm in Trier niemand eine Wohnung vermieten. Meinem Vorschlag, via Twitter und Blog zu suchen, begegnet er skeptisch. Zögernd willigt er ein, möchte nicht namentlich genannt werden.1
Hatten diese Vermieter Angst vor meinem Kollegen? Der kann nämlich Voodoo.2 Der spricht sogar Französisch!3
Am Sonntag sind wir bei fünf Grad und Regen durch das Butzerbachtal gestapft. Fotos folgen. Heute haben wir uns bei Trier durch Sonne1 und Schatten,2 durch Wald und über Berge bewegt. Diese Bilder tu’ ich zuerst ins Blog, bevor der schöne Schnee wegtaut.
Jahrzehntelang gab es in Trier keinen richtigen Winter: Schnee blieb nie, nie, und niemals nicht liegen. Seit drei oder vier Jahren ist das anders. Die wenigen Zentimeter auf den Fotos gelten in der hiesigen Gegend als beachtlich, zumal sie binnen weniger Stunden über uns gekommen sind.
Neugierig folgte ich einem Link bei Twitter, fand eine Geschichte und las …
Hin und wieder begegnen Ihnen in diesem Weblog der Sirzenicher Bach und seine linksseitigen Nebengewässer: Rompertsbach und Gillenbach. Triererinnen und Trierern dürfte letzterer Name sagen, wo das alles ungefähr fließt: In der FH-Gegend, und vereint letztendlich in die Mosel. Den Gillenbach quert die alte Steinbrücke vor dem Stadtwaldhotel,1 einst ging es dort hinauf zum Café Wilhelmshöhe.
Ein Stück weiter bachabwärts findet sich je nach Jahreszeit und Wetter ein Wasserfall. Sie erreichen ihn nur noch vom Sirzenicher Bach her, seit einem Sturm (Name folgt) ist der obere Pfad2 gesperrt. Im Winter bildet sich vor den roten Felsen auch schon mal ein Eisfall.In diesem Teil des Gillenbachtals wurde vor Jahrzehnten3 eine Höhle mit Brettern versiegelt, doch auch später zeugten immer wieder Spuren von Bewohnern. Im Jahr 2009 haben mehrere Trierer Behörden in Zusammenarbeit den Unterlauf renaturiert.4
Vor der ursprünglichen Szenerie spielt Die stille Acht von Rouven Hehlert. Das Idyll des Gillenbachtals muss Ihnen nicht vertraut sein, die Beklemmung dieser Story überträgt sich auch auf Ortsfremde. Einheimischen dürfte sie sich nachhaltig einprägen. Das Kulturbüro Stadt Trier honorierte Hehlerts Geschichte 2012 mit dem ersten Kulturförderpreis, der ihm gestern überreicht wurde.
Die imho sehr berechtigte Vergabe macht neugierig auf die Entwicklung dieses Preises, dem Autor möchte ich für das Lesevergnügen danken. Tipp: Machen Sie einen Ausflug zum Wasserfall und lesen Sie dort Die stille Acht. Wenn möglich, laut vor geneigtem Publikum, aber besser nicht nachts. Seit der Renaturierung ist der Pfad zwar wesentlich einfacher zu bewältigen, doch Natur im Urzustand ist stets mit Vorsicht zu genießen.
Im Sommer 2012 begab es sich, dass ich einen Schrank bestellte. Was dann geschah, berichte ich auf dem Leo-Aspekt, unter der Rubrik “Alltagsallerlei”:
Die Twiceley-Verschwörung
Die Twiceley-Verschwörung II
Der Leo-Aspekt ist eines meiner Webseitenprojekte, begonnen im Jahr 2006.1 Eines der dort gehorteten Schreibprojekte nenne ich das “Alltagsallerlei”, es berichtet in Briefform an ein imaginäres Du.
P.S.: Der “baumlange Sherriff aus Rauchende Colts” hieß in der Serie übrigens Marshal Matt Dillon, gespielt von James Arness. Den Hilfssherriff Festus Haggen verkörperte Ken Curtis.
(Fortsetzung von Winterwald I: Hinweg)
Anfang Januar habe ich erneut mein Konto bei Facebook deaktiviert. Das Netzwerk wehrte sich mit seinem fiesen Trick. Diesmal wählte es die Profilbilder so, dass meine Freunde wie im Halbkreis aufgestellt erscheinen. Es harter Kampf, solchen Blicken zu widerstehen …!
Btw., liebe Facebook-Freunde: Ab und an schau ich bei Euch vorbei. Bisher einmal, vielleicht heute abend1 wieder. Aus mir unerfindlichen Gründen kann ich ein aktives Konto leider nicht ruhen lassen, ich muss es nach dem Besuch wieder stil(lll)legen.