Schön war’s!

24. Mai 2013

Werte Leserschaft, liebe Fans,

dieses Weblog endet. Vielleicht ist dem einen oder anderen aufgefallen, dass ich seit Monaten kaum noch blogge. Stattdessen habe ich über tausend (1000) Schwafelbeiträge gelöscht, für die ich mich hiermit entschuldige.1

Das Bloggen ist wohl nicht mehr meine Ausdrucksform. Oder es liegt an der immens gestiegenen Zahl der Spülschichten. Unter diesem Aspekt ist der Zeitaufwand für Sicherheitsmaßnahmen vergeudet.2

Immerhin ist das Blog wohl niemals gehackt worden. Es gab allerdings unzählige Versuche, und die Bots werden nicht dümmer. Velleicht steckt trotz aller Scans doch irgendwo Malware, die arglosen Lesern schaden könnte. Deshalb werde ich es nach und nach löschen.3

Liebe Leute, vielen Dank, war schön mit Euch. :)

  1. Der verbleibende Rest dient mir zum Privatvergnügen. Musste zum Teil stark überarbeitet werden – auch hier sorry für das Gelaber. []
  2. Z.B. habe ich das Weblog jahrelang in doppelter Ausführung betrieben, inzwischen in dreifacher. Plus all die Sicherheitskopien und Updates und viele Maßnahmen mehr. []
  3. Im Zuge des letzten Sicherungsversuchs habe ich vorgestern zwei meiner Domains auf das Merkwürdigste verbastelt. Also nicht über das Fehlermeldungsfenster wundern. ;) Zum Teil ist das Blog wieder hergestellt, mehr lohnt sich nicht. Wann auch – mein nächster freier Tag kommt Mitte nächster Woche. []

VI Mal wieder Sprüche aus der Küche

11. Mai 2013

Spülküchengelaber

+++

Küchenchef (zum Azubi, w): „Komm mal her, du machst jetzt Sauce Hollandaise. Da, Schüssel, Schneebesen, rühren. Rühren. Rüüührennn! Schneller! Noch schneller. Rühren, bis die Brüste wehtun!“
Kein Koch hebt auch nur den Mundwinkel. Finden sie nicht lustig.
Dann die knarzige Blues-Stimme der Küchenhilfe : „Hä … hä … hä …“

+++

Küchenchef und Küchenhilfe pesen aneinander vorbei, jeder trägt etwas vor sich her.
Küchenchef (wendet sich halb um, verkündet heiter): „Ach, jetzt hätte ich Ihnen fast die Zähne eingeschlagen.“
Küchenhilfe (erschrocken): „Aah! Scheiße, wenn …“
Altgruftipunk (mischt sich ein): „Scheiße, ja. Dann gibt’s nur noch Suppe.“
Küchenhilfe: „… wenn man so klein ist. Genau in Einschlaghöhe.“

+++

Nichts zu tun. Ein Koch füllt gefrorenen Stickstoff in eine Schüssel, trägt das kleine blaue Gefäß durch die Küche. Sein Blick hängt fasziniert am weißen Qualm. So pilgert er um den Herd herum, an der Küchenhilfe vorbei, zur Saladette, wieder zurück, an der Küchenhilfe vorbei. Beginnt von vorne … lässt eine dritte Runde folgen … eine vierte …
Küchenhilfe (beim Käseschneiden): „Jetzt ist aber mal gut.“
Koch (fistelt vor Entrüstung): „Lass mich und meine Schüssel!“

+++

Die verdammte Handbrause ist noch immer kaputt, der Regulierhebel lässt sich nicht mehr fixieren. So will ich nicht arbeiten.
Altgruftipunk: „Chef, ich hab ‘nen Antrag auf Reparatur der Handbrause. Muss ich den schriftlich einreichen?“
Chef: „Wieso? Was ist damit?“ (Er stellt sich dumm? Schlechtes Zeichen.)
Altgruftipunk: „Der Feststeller fehlt.“
Chef: „Ja, den habe ich in der Hosentasche. Ist das von Relevanz?“ (Wusste ichs doch. Das kann dauern.)
Altgruftipunk: “Ist es.” (Das weiß er ganz genau.)
Chef: “Warum?”
Altgruftipunk (entnervt): “Sehnenscheidenentzündung!”

+++

Küchenchef (zum Lehrling): „Deine letzten vierhundert Schnitzel waren tendenziell zu dünn.“

Küchenchef (über einen Koch): „Im Moment neigt er dazu, Fleisch so lange zu würzen, bis es nochmal tot ist.“

+++

Der Chef sieht, dass ich Stress habe. Will helfen, packt einen Edelstahltopf am Stiel an.
Chef (lautstark): „Aaaaaaaaaaaah!“1
Altgruftipunk (fährt zusammen): „Was ist denn jetzt los?“
Chef (brüllt): „Der ist heiß!“
Altgruftipunk (lacht sich kaputt. Japst.): „Entschuldigung … Wahaha! … Ich kann nicht anders … Hahaha!“
Der Chef transferiert den Topf mit Hlfe eines Tuchs zum Regal. Dort entdeckt er einen Eimer voller Plastikfolie, hebt ihn anklagend hoch.
Chef: „Was ist das?“
Koch im Stress: „Weiß ich doch nicht.“
Chef (auf dem zweithöchsten Lautstärkelevel): „Was?!“
Koch im Stress: „Da hat halt wer was ausgepackt und nicht richtig aufgeräumt.“ (Saust ins Kühlhaus)
Küchenchef (aus einem fernen Winkel): „Wird hier gern gemacht.“
Chef (hinterm Koch her): „Räum das weg!“
Der Koch stürzt aus dem Kühlhaus, in der einen Hand balanciert er ein Blech voller panierter Schnitzel. Mit der anderen packt er den Inhalt des Eimers, stopft ihn wortlos in den gelben Sack,2 rauscht ab zum Herd.
Der Chef steht da mit dem leeren Eimer, knallt ihn auf den Spültisch und verschwindet Richtung Büro. Im Durchgang liegt ein Schlauch, weil irgendwer irgendwo irgend etwas reinigt.
Chef (im Off): „Raaaah! Was soll das denn hier? Geht’s noch? Hallo? Ihr Idioten!“ (Tobt davon.)
Küchenchef: „Mann, ist der nervig heute.“

+++

Kollegin: „Darf ich den Müll rausbringen?“
Altgruftipunk: ?
Kollegin: „Dann kann ick nemmlich eene durchziehn.“

Mehr dazu:

  • I Sprüche aus der heißen Küche …
  • II Mehr Sprüche aus der heißen Küche
  • III Neue Sprüche aus der Küche
  • IV Immer wieder Küchensprüche
  • V Der Küchensprüche fünfter Teil
  1. Echt jetzt. Mit elf „a“. []
  2. Hiesiges Zubehör für Mülltrennung []

So baumig hier

1. Mai 2013
Drei Baumstämme mit Moos und dicken Efeusträngen, Nahaufnahme

Trier, Gillenbachtal

Durch das Butzerbachtal

30. März 2013

Im März brachte uns Mohicain nach Kordel bei Trier. Am alten Bahnhof vorbei folgten wir der schmalen Straße bis zum Parkplatz am Fuße von Burg Ramstein. Durch das Butzerbachtal wanderten wir hinauf, bei fünf Grad und Regenschauern.

Biete Voodoo unterm Dach

26. März 2013

Letzten Samstag Eklat in der Spülküche: “Was?! Du hast noch immer nichts gefunden? Das gibt’s doch gar nicht!” Drei Kolleginnen vom Service unterhalten sich mit meinem Spülerkollegen, ich stehe am Besteck, höre zu.

Der Kollege sucht seit langem eine größere Wohnung. Mit Frau und Sohn lebt er auf 40 Quadratmetern, am liebsten hätte er doppelt so viel Platz. In Trier-Süd oder im Osten der Stadt. Zu den Tiefen von West und Nord sagt er: “Wenn ich im Ghetto leben wollte, hätte ich schon vor Monaten umziehen können.”

Er arbeitet Vollzeit. Seine Frau bleibt zu Hause, kümmert sich um den Jungen, der bald seinen ersten Geburtstag feiert. Den Spülerjob macht mein Kollege zusätzlich, er besitzt einen Wohnberechtigungsschein. Zur Miete meint er, 500 – 600 € könne er zahlen. Warum findet er keine Wohnung?

“Das kannst du vergessen”, sagt er, deutet auf seinen Arm. Wir schauen ihn groß an, alle, bis auf Katerina vom Service. Sie nickt, hat ihn einmal begleitet: “Ich war noch nie in der Situation, dass ich eine Wohnung nicht bekommen hätte. Mit ihm habe ich das zum ersten Mal erlebt.”

Katerina ist Russin, mein Kollege Afrikaner. Er glaubt, aufgrund seiner Hautfarbe wolle ihm in Trier niemand eine Wohnung vermieten. Meinem Vorschlag, via Twitter und Blog zu suchen, begegnet er skeptisch. Zögernd willigt er ein, möchte nicht namentlich genannt werden.1

Hatten diese Vermieter Angst vor meinem Kollegen? Der kann nämlich Voodoo.2 Der spricht sogar Französisch!3

  1. Vielleicht hat er es satt, sich anzubiedern. Auch ich habe seinerzeit keine Wohnung gefunden. »Spülerin? Niedriglohn? Kein Dämchen mit Friseurfrisur? Wollen wir nicht.« Bei bis zu siebzig Mitbewerbern hatte ich im heillos überteuerten Trier wenig Chancen. Nicht selten wurden regelrechte schriftliche Bewerbungen verlangt. Irgendwann fragte ich mich, wie die Vermieter selbst dabei abschneiden würden. []
  2. Lach, muss ihn mal fragen. []
  3. Nebst Deutsch []

Durch den Märzschnee

13. März 2013

Am Sonntag sind wir bei fünf Grad und Regen durch das Butzerbach­tal gestapft. Fotos folgen. Heute haben wir uns bei Trier durch Sonne1 und Schatten,2 durch Wald und über Berge bewegt. Diese Bilder tu’ ich zuerst ins Blog, bevor der schöne Schnee wegtaut.

Jahrzehntelang gab es in Trier keinen richtigen Winter: Schnee blieb nie, nie, und niemals nicht liegen. Seit drei oder vier Jahren ist das anders. Die wenigen Zentimeter auf den Fotos gelten in der hiesigen Gegend als beachtlich, zumal sie binnen weniger Stunden über uns gekommen sind.

  1. warm []
  2. merklich frostiger []

Trier: Kulturförderpreis 2012, Sparte Literatur

6. März 2013

Neugierig folgte ich einem Link bei Twitter, fand eine Geschichte und las …

Hin und wieder begegnen Ihnen in diesem Weblog der Sirzenicher Bach und seine linksseitigen Nebengewässer: Rompertsbach und Gillenbach. Triererinnen und Trierern dürfte letzterer Name sagen, wo das alles un­gefähr fließt: In der FH-Gegend, und vereint letztendlich in die Mosel. Den Gillenbach quert die alte Steinbrücke vor dem Stadtwaldhotel,1 einst ging es dort hinauf zum Café Wilhelmshöhe.

Gillenbachtal, Blick vom Wasserfall bachabwärts

Gillenbachtal April 2011, Blick vom Wasserfall bachabwärts

Ein Stück weiter bachabwärts findet sich je nach Jahreszeit und Wetter ein Wasserfall. Sie erreichen ihn nur noch vom Sirzenicher Bach her, seit einem Sturm (Name folgt) ist der obere Pfad2 gesperrt. Im Winter bildet sich vor den roten Felsen auch schon mal ein Eisfall.

In diesem Teil des Gillenbachtals wurde vor Jahrzehnten3 eine Höhle mit Brettern versiegelt, doch auch später zeugten immer wieder Spuren von Bewohnern. Im Jahr 2009 haben mehrere Trierer Behörden in Zusammenarbeit den Unterlauf renaturiert.4

Vor der ursprünglichen Szenerie spielt Die stille Acht von Rouven Hehlert. Das Idyll des Gillenbachtals muss Ihnen nicht vertraut sein, die Beklemmung dieser Story überträgt sich auch auf Ortsfremde. Einheimischen dürfte sie sich nachhaltig einprägen. Das Kulturbüro Stadt Trier honorierte Hehlerts Geschichte 2012 mit dem ersten Kulturförderpreis, der ihm gestern überreicht wurde.

Die imho sehr berechtigte Vergabe macht neugierig auf die Entwicklung dieses Preises, dem Autor möchte ich für das Lesevergnügen danken. Tipp: Machen Sie einen Ausflug zum Wasserfall und lesen Sie dort Die stille Acht. Wenn möglich, laut vor geneigtem Publikum, aber besser nicht nachts. Seit der Renaturierung ist der Pfad zwar wesentlich einfacher zu bewältigen, doch Natur im Urzustand ist stets mit Vorsicht zu genießen.

  1. Die Bitburger trennt es von den FH-Gebäuden. []
  2. Er beginnt linkerhand vor besagter Steinbrücke []
  3. Anfang der Neunziger? []
  4. Auch die Rahthauszeitung hat mit Foto darüber berichtet. []

Winterwald II: Im Schattengrün

28. Januar 2013

(Fortsetzung von Winterwald I: Hinweg)

Winterwald I: Hinweg

27. Januar 2013

Letzten Mittwoch fiel mangels Betrieb meine Spülschicht aus. Spontan packte ich den Rucksack und stiefelte ins Schattengrün.

Laberkachel

8. Januar 2013

Wer kennt sie nicht, die Bildchen bei Facebook …

… garniert mit Kommentaren wie: “Dass stimmt das, ist Soooo WAHR!!!!!1!!”

Trümmerblick

7. Januar 2013

Während meiner ersten schlimmen Trauerzeit, im Teenageralter, machte mich die Gleichgültigkeit der Umgebung fassungslos. Wie konnten nach diesem Todesfall die Singvögel lärmen? Warum schien die verdammte Sonne noch, was fiel es Leuten ein, fröhlich zu lachen?

Diese Gleichgültigkeit hat auch ihr Gutes. Ich stehe am Fenster, starre die Hinterhofhäuser an. Denen ist nicht mal egal, warum mich die Welt heute gernhaben kann. Die stehen halt rum, wie immer. Wäre ziemlich seltsam, wenn unter meinem Blick eins einstürzen würde.

Bei der Vorstellung muss ich lachen. Wie sinnlos, wenn einer blöden Stimmung wegen gleich ein Haus in Trümmer ginge. Nach all den Jahren hätte ich freien Blick bis zur Mosel runter … hm. Doch nochmal ans Fenster?

Einmal noch: Klaus Märkert – Hab Sonne

6. Januar 2013

Zu einer Buchbesprechung hat mich noch niemand gezwungen, doch ein paar Texte lieferte ich auf Anfrage gegen das Werk.1 Rezensionsexem­plare gehören zum Verlags- und Autorenalltag, mitunter besteht die Gegenleistung aus ein paar allgemeingültigen Sätzen. Armselig, fand ich, und fertigte in tagelangen Sessions bebilderte Mammutanalysen an.2

In Zukunft erspare ich mir den Aufwand. Meine letzte Rezension gilt Hab Sonne von Klaus Märkert. Dem Autor bin ich auf einer Lesung begegnet, habe Requiem für Pac-Man erworben. Hab Sonne ist der Vorgänger, ich orderte ein Rest­exemplar aus der Leipziger Edition PaperOne.3 Aufgrund der Vermutung, die Sonne könne mir noch besser gefallen als das Requiem. Treffer: Binnen weniger Stunden war das Buch gelesen.

Das Gütesiegel “musste laut lachen” trat mehrfach in Erscheinung. Spannend der Blick in die New Wave-Welt des Ruhrgebiets, wieder dieser sympathische Humor. Prima Nachtlektüre für einen Altgruftipunk! Da schreibt einer, der nicht nach sechs Monaten Wavertum “normal geworden” ist, der noch Jahrzehnte später nach der eigenen Art lebt.

Freimütig erzählt Märkert von Reinsteckgelüsten, von seiner schnellsten Selbstbefriedigungsnummer, und von der Unmöglichkeit, eine Wohnung zu finden. Auf die zentralen Themen kommt er immer wieder zurück: Szenediscos der 80er und sein Wirken an ihren Plattentellern. Ja, die Achtziger, mit allem Drum und Dran – welcher DJ kann heutzutage noch in ein Plattencover kotzen?

Die Sonne ist kein Fantasiekonstrukt, Märkert schildert sein Leben. Alles echt, bisweilen gerät das episodisch. Wenn es ihm gerade einfällt, hängt der Autor noch ein, zwei Anekdoten an. Nicht immer ist sofort klar, von welchem Zeitraum er erzählt. Mich stört das nicht – irgendwann sortiert er das Ganze ein und gut ist.4

Märkerts Erzählperspektive wechselt zwischen Rückblick und dem Geschehen im Krankenhaus, doch er klagt nicht. Frauen sieht er bei der eigenen, der Klaus-Eroberung zu, und lässt sie machen. In der Situation “herzkrank” sieht er sich um und schaut, was geht. Er weiß schon, dass er im Leben nicht nur abwärts muss. Hielt er es doch für einen Unsinn, die Eine zu finden – prompt ward sie ihm zuteil. Gründete er doch mit anderen das Bochumer Zwischenfall – und es wurde zur Legende.

  1. Nein, ich lobte die Bücher nicht, weil sie mir geschenkt wurden. Ich hatte einfach Glück mit den Autoren. []
  2. Nach monatelangem Aufschub bei ständig schlechtem Gewissen. — Wozu? Kein Mensch braucht derart lange Texte. []
  3. Vor kurzem hat dieser Verlag seine Arbeit beendet, siehe Klaus Märkerts Homepage. []
  4. Waver und Gruftis aus dem Ruhrpott und/oder im richtigen Alter dürften damit keine Probleme haben. Sie können sich an den Locations orientieren. []

Premiere im Düsterbunt

10. Dezember 2012

SERAPHIM – Mea Culpa. So fantastisch wie Sandra Baumgärtners Blick auf Trier gibt sich das Umfeld ihrer zweiten Veröffentlichung. Unter dem Motto Vampire in Trier lud die Autorin Anfang November zur Buchpremiere in die TUFA.

Im Vorfeld gab es jede Menge Werbung: Bei 16vor.de hieß es “Neuer Vampirroman aus Trier”,1 5vier.de kündigte an: “Seraphim: Mea Culpa” – Premiere am 3. November in der Tuchfabrik. Die Autorin selbst warb bei Twitter für den Abend, nannte den Termin auf ihrer Homepage. Bei Facebook schrieb sie mehrfach davon, unter anderem auf der Seite Große offizielle BUCHPREMIERE von `SERAPHIM: Mea Culpa´, Band 2 der Vampir-Saga. Auf kulturland-rpl.de hieß es Seraphim: Mea Culpa-Premiere – 3. November 2012 – Trier, die Saarbrücker Zeitung meldete Seraphim – Mea Culpa (Vampirsaga). Auch die Trierer Tageszeitung erwähnt die Veranstaltung in Von düster bis heiter.

All diese Artikel sprechen von einer Buchpremiere. Neugierig auf das zweite geniale Cover aus Fantasios Werkstatt suchte ich vor Ort nach dem Büchertisch, entdeckte stattdessen Karten zum Vorbestellen. Der Abend fand ohne Buch statt, Mea Culpa existierte noch nicht.

Für den Nachbericht fragte ich bei Baumgärtners Verleger Rainer Breuer, ob es dazu eine offizielle Stellungnahme des Verlags gebe. Antwort: Vampire in Trier sei keineswegs als Buchpremiere zu betrachten, sondern als schöner Genreabend im Halloween-Umfeld. Veranstaltet habe ihn der Kulturverein éditions trèves, nicht etwa der Verlag kleine schritte.2

Hier also mein Eindruck von der Nichtpremiere:

Samstag, dritter November 2012, zwanzig Uhr. Trier – wo man sich trifft. Völlig unverabredet stiefelte ich durch den Regen zur Tufa, nur um vor der Tür Oliver Wetter vorzufinden: Den Designer von Sandra Baumgärtners genialen Buchcovern, auch bekannt als Fantasio. Mit uns standen noch vier oder fünf andere Leute vor der Tür, obwohl es schon stark auf acht Uhr zuging.

Wenn ein halbes Dutzend Zuschauer vor dem falschen Eingang wartete, musste die Veranstaltung gut besucht sein … Wir kannten zwar nicht unbedingt einander, wohl aber den Haupteingang der ehemaligen Tuchfabrik in der Wechselstraße. Die Internetinfos zur Buchpremiere vermerkten durchaus etwas von “Eingang soundso”, doch offenbar hatte nicht nur ich dieses Detail sofort wieder vergessen. So riesig ist die TUFA nicht, da würde man schon auch über die Haupttür reinkommen.

Falsch gedacht. Den Veranstaltungsraum wussten wir alle: Großer Saal. Die Leute vor mir hatten das gläserne Treppenhaus bereits erkundet, in jeder Etage hatten sie verschlossene Türen vorgefunden. Ein Hinweiszettel sprach vom ersten Stock. Er log. Trotzdem stiegen wir erneut bis in die zweite Etage – vielleicht hatte inzwischen jemand aufgeschlossen. – Fehlanzeige. Wieder im Erdgeschoss, entdeckte einer von uns eine Flügeltür mit Schild: Großer Saal! Doch auch diese Pforte wollte uns nicht einlassen.

Ich wiederum kannte die Verbindungstür zum Textorium, der tufaeigenen Kneipe. Gaststuben sind mein Metier, also stiefelte ich hinein und fragte die Thekenfrau nach den Vampiren. Freundlich wies sie zum Nebeneingang, zu sehen durch die Glastür auf der gegenüberliegenden Seite des Gastraums. Aha! Freudig holte ich meine Türgenoss/inn/en aus den Tiefen der Tufa und führte sie durch das Tex zur Abendkasse des großen Saals.

Die Kasse hütete Rainer Breuer höchstselbst, Verleger & Autor beim Verlag kleine schritte. Über ein breit angelegtes Stufenpodest betraten wir einen tatsächlich gut gefüllten Saal. Kein Tisch mehr frei, Fantasio und Hettenwerk durften sich dazusetzen. Wie ich später erfuhr, hatte es einen Sekt3 gegeben, den hatten wir verpasst. Auch die erste Weinprobe war längst ausgeschenkt und leergetrunken. Ich schaffte es, eine weinkundige Frau mit Flasche an unseren Tisch zu locken, nachdem sie mehreren anderen Gästen nachgeschenkt hatte. Gerecht teilte sie die letzten paar Centiliter auf unsere beiden Gläser auf. Auf meine Frage hin nannte sie einigermaßen erstaunt die 2011er Riesling Spätlese.4

Wir nippten, scherzten, sahen uns um, plötzlich wurde es stockdunkel. Offenbar hielten überdies alle die Luft an, denn nach Sekunden erstaunten Gemurmels trat vollkommene Stille ein. Als sich das fast schon unbequem anfühlte, materialisierte ein lauter Trommeltakt Asherah Latifa aus dem Off. Ein Spotlicht und Musik brachte sie mit sich, tanzte die Stufen des Podests hinunter und zwischen den Tischen hindurch bis zur Bühne.

Dem furiosen Start folgte Maria Kulowska. Eine Musikerin und ihr Cello im Dämmerlicht der Bühne, gemeinsam bewirkten sie mehr als das Hightechequipment so mancher Gruftidisco. Von diesem Instrument habe ich keinen Plan, mich faszinierte seine Klangfülle. Die Sanftheit des Spiels wo nötig, die Schrägheit mancher Passagen, die sich Kulowska eigens für diesen Abend ausgedacht hatte.

Nach dem Applaus gesellte sich Rainer Breuer im Premierenmantel zu ihr, mit Mikrofon, rezitierte ein Gedicht. Verse und Cello passten gut zusammen.5
Den genauen Ablauf des Programms habe ich nicht mehr im Kopf – ich glaube, dann las Sandra Baumgärtner eine Szene mit Vampir und Opfer aus Seraphim – Mea Culpa. Dem folgte die erste Bauchtanzperformance von Asherah und Ryka.

Bauchtanz und Lesung, wie stimmt das nun wieder zusammen? In dem Fall hervorragend. Zu den getragenen Klängen von Voodoo (Godsmack)6 wagte Ryka, Asherah von sich zu stoßen. Asherah rächte sich, indem sie Ryka mit Puppe und Nadel erledigte. Eine sehr gelungene Performance, das Publikum erlebte das Geschehen spürbar mit und applaudierte begeistert.7

Inhaltlich bereitete uns der bellydance auf Baumgärtners zweite Leseprobe vor. Nebel stieg auf, kaltblaue Düsternis statt der Gelb- und Rottöne der Tanzdarbietung. Während der Lesungen lag der Große Saal im Finstern, nur punktuell erhellt von den winzigen Elektroteelichtern der Tischdekoration. Im schwachen Schweinwerferbunt schimmerte das Gewand der Autorin mal grünlich, mal bläulich. Ihr Manuskript glühte regelrecht, ein gelungener Effekt. Ab und an schwand das Licht fast völlig und ich fragte mich, ob sie den Text auswendig vortrug: Die anfangs noch skeptische Seraphim bekommt von einem Voodoomeister eine Puppe überreicht, die verstörenderweise Leander Kayrans Initialen trägt.

Ob Cellosolo, Cello mit Rezitat, Tanzperformance oder Lesung: Die Beleuchtung setzte jede Darbietung hervorragend in Szene, holte die Künstler aus dem Dunkel, ließ sie darin versinken. Nach zwei Durchgängen erkühnte sich Baumgärtner zur Behauptung, das Programm sei nun zu Ende. Es sei denn, das Publikum wünsche eine – “Haha”, schrie das Publikum (oder jedenfalls ich), “Zugabe!” Wir klatschten und bekamen unseren Willen.

Erheiterndes Lokalkolorit: Scheinbar unbedarft steigt Seraphim zu einem Typen ins Auto, der offenkundig ein Sexabenteuer sucht. Als vermeintliches Opfer tritt die Vampirschöne im blauen Licht einer Tankstelle auf. So ziemlich jeder Moselmetropolaner dürfte den Namen dieser Treibstoffquelle kennen. – Später, in der einsamen Grillhütte, dreht Sera den Spieß um …

Die Autorin las mit unterschiedlichen Stimmen, beschwor überzeugend den üblen Charakter von Leanders Todfeind Lucijan Davorin. Fast glaubte ich, ihn zu sehen. Gehüllt ins prächtige Gewand seiner Schöpferin, verborgen in ihrer Gestalt. Anlässlich der Premiere von Band eins der Vampirsaga hatte ich Sandra Baumgärtner erstmals lesen gehört. Eineinhalb Jahre lang hat die Autorin dieses Buch durch die Republik gefahren, hat daraus gelesen auf zahlreichen Events.8 Nachvollziehbar daher Baumgärtners Versprecher, sie habe uns Carpe Noctem vorgestellt – der Band erscheine hoffentlich bald im Handel. Nach einer winzigen Pause der Zwischenruf ihres Verlegers: “Mea culpa!”9

Übrigens erwies sich die Tischbeleuchtung neben dem zierenden Effekt auch als nützlich beim Auffinden des Naschwerks10 und der Weingläser. Dem Riesling folgte ein halbes Glas Rotwein, das Probierwilligen am Thekentisch eingeschenkt wurde: 2011er Römerhof Spätburgunder, ein köstlicher Rotwein, seit Jahren immer wieder prämiert. Vielen Dank für die Informationen an den ob meiner Frage etwas ungehaltenen Herrn Breuer.11

Für eine Buchpremiere Nichtpremiere durften wir ein beachtliches, zudem rundum gelungenes Programm genießen. Möglich gemacht haben den Abend die Künstlerinnen und Künstler, das Tufa-Team, das im Hintergrund an der Technik gewirkt hat, und nicht zuletzt knapp einhundert Gäste. Außerdem eine Reihe von Sponsoren, die uns Baumgärtner wärmstens empfahl: CityRadioTrier 88,4 * Blesius Garten in Olewig * Buch Solar aus Trier * Zahnarztpraxis Chybych, ebenfalls Trier * Schreibwaren Diederich aus Schweich * Küchen Kirch aus Waldrach

Anbei ein paar visuelle Eindrücke. Von meinen Fotos waren nur zwei tauglich, die prächtigsten Verschwommenheiten können Sie im Sneak Preview zu diesem Bericht genießen. Ansonsten habe ich Einzelszenen aus kleinen Videos extrahiert.12

Mit einem Link zum Bestellen oder auch nur einem voraussichtlichen Erscheinungstermin kann ich leider noch nicht dienen. Immerhin meldete die Autorin Anfang Dezember, sie habe die Druckfahnen fertig überarbeitet und mit ihren Korrekturwünschen an den Verlag zurückgesendet. Seraphims Fans dürften jubeln, endlich geht es voran.

Update 26.12.: Wenn man mal Facebookpause macht … Die ersten Buchexemplare sind am 20. Dezember bei der Autorin eingetroffen. Interesse? Bestellen Sie Seraphim – Mea Culpa z.B. auf Sandra Baumgärtners Homepage.

Mehr dazu:

  1. 18. März 2013: Link entfernt, weil Artikel leider nicht mehr verfügbar []
  2. Verein und Verlag, schreibt mir Herr Breuer, hätten “direkt nichts” miteinander zu tun. Ein Besuch der Homepages beweist das aufs Einleuchtendste. []
  3. Rigodolum extra brut, Römerhof Riol, wie alle Weine diese Abends []
  4. Ist es so ungewöhnlich, wissen zu wollen, was man probiert? []
  5. Mich als Altgruftipunk hat die Darbietung nicht vom Hocker gerissen. Dazu kenne ich zu viele Vertreter der Neuen Deutschen Todeskunst. []
  6. Ich glaube den Song aus alter Zeit von einer anderen Band zu kennen. Doch mir will ums Verrecken nicht einfallen, welche das gewesen sein soll. []
  7. Die Zugabe: Wieder ein Augenschmaus, doch Resurrection von Blutengel fügte sich nicht ganz ein in die Atmosphäre. Wenn ich mir das Lied auf Youtube anhöre, kann ich das nicht mehr nachvollziehen. Doch an jenem Abend in der Tufa, nach dem sehr erwartungsvollen Vorapplaus, klinkte sich das Publikum meinen Empfinden nach aus und ging auf Distanz. []
  8. Ihrem Vortrag kam diese Erfahrung sehr zugute. []
  9. Herrlich! []
  10. Dazu kann ich mich mangels Begeisterung für Süßigkeiten nicht äußern. Laut Autorin blieb nicht mal ein Krümel übrig. Fantasio probierte eine Schokokugel am Stiel, die seinen Beifall fand. []
  11. Die beiden Winzer bieten guten Wein, deshalb werbe ich trotzdem dafür im Weblog. Nein, Herr Breuer, auf unserem Tisch lag kein Flyer zu den Weinen. Von einem Sekt haben wir nichts mitbekommen. Ihre Ansage habe ich einmal gehört, keine fünfmal, habe mir den Riesling selbst erfragt und korrekt gemerkt. Ebenso den Namen “Römerhof”, der in der Region nun mal häufiger vorkommt. []
  12. Angefertigt zu genau diesem Zweck, weil dank meines Sehfehlers Bilder in so dunkler Umgebung vermutlich missraten würden. Leider ebenfalls von schlechter Qualität. Blitzlicht verwende ich nun mal sehr ungern, lästiges Geflacker. []

… und Facebook so:

3. Dezember 2012
Deine Freunde werden Dich vermissen …!

Für ein paar Tage das Konto deaktivieren? Findet Facebook gar nicht gut. Ob eine Subroutine nur solche Bilder ausgewählt hat, auf denen Freun­desaugen in die Kamera schauen?

Fünf Facebook-Freundefotos mit Blick in die Kamera

Regina! Tom! Roy! Kratz! Thomas! #schluchz

Liebe Freunde, wenn Euch der Screenshot stört: Sagt Bescheid,1 dann lösche ich ihn. Oder verpasse Euch einen Augenbalken, oder was Euch sonst so einfällt.

Den Weg zum Deaktivieren musste ich erst mal suchen. Fand diese Anleitung hilfreich: Facebook Konto löschen oder deaktivieren

  1. Kommentar z.B. []

Regina Schleheck: Klappe zu – Balg tot

14. November 2012

Das Buch steht unter einer Falltür, die sich gerade zu schließen scheintIn Metropole Ruhr1 gilt der Name Schleheck als Marken­zeichen für Hintergründiges. Von klein auf muss diese Autorin Begebenheiten aus dem Alltag extrahiert und zur späteren Veredelung archiviert haben. Klappe zu – Balg tot vereinigt erstmals eine Aus­wahl ihrer Werke.2

Häufig3 werden die Storys von Heldinnen erzählt, in der bei Schleheck sehr angenehmen Ich-Perspektive.4 Ebenso ge­konnt versetzt uns die Autorin in Männer und kleine Mädchen, beschreibt tagebuchartig die Bekenntnisse eines Jungen oder berichtet.5 Eine Gemeinsamkeit aller Geschichten: Sie öffnen Zeitfenster in die Vergangenheit. Ob live oder im Rückblick, sie scheinen in einer Welt ohne moderne Kommunikation zu spielen. Passend auch die Namen der Protagonisten, Schleheck verzichtet hier auf zeitgenössische Verirrungen.

Vielleicht durch nachträgliche Anpassung muten manche Details etwas merkwürdig an. Die arbeitslose Schoko-Erotikerin zieht mit dem Fahrrad los, um wie weiland nach ausgehängten Stellen­angeboten zu suchen. Mühsam – ihr Schokorauschzubehör ordert sie denn auch bequem via Internet. Für das Meeting stopft die Karrierefrau eine Aktentasche mit Entwürfen voll, statt sich ein schickes Notebook unter den Arm zu klemmen oder die Daten aus der Cloud abzurufen. Der Chef kritzelt Das Buch scheint in eine nicht näher bestimmbare Klappe zu rutschen ihr seine Mobilnummer auf einen Geldschein, sie selbst besitzt offenbar keins. Auch Wilma schleppt nicht etwa ein mobiles, sondern ein Festnetztelefon an. Geradezu kommunikationsgehemmt: Frauen, die ihren Töchtern kommentarlos Binden in die Hand drücken.

Ein Leser kann das als Mangel empfinden – oder aber als Stilmittel: Technischen Firlefanz haben diese Storys nicht nötig.6 Hettensche Meinung: Aus dem Fundus Schleheckscher Geschichten wurde für den ersten Band bewusst diese in sich stimmige Auswahl zusammengestellt.7 Hettenscher Wink mit dem Zaunpfahl schwarz­lackierten Flurfußleistenstück: Ich freue mich schon auf Band zwei.

Das Buch unter den Scharnieren einer metallenen Klappe Zur Besonderheit der Zeitepoche ergänzt sich gut der Blickwinkel. Aufreizend, wenn Schleheck aus der Sicht einer Ehegattin erzählt, die mit einem Seitensprung so gar nicht klarkommt.8 Ähnlich die Nörglerin. Befremdlich das Mädchen, das sich selbst­zerstörerisch an Freundin und Mutter rächt.9

In der vorliegenden Sammlung ergänzen sich Zeitalter, Sichtweise und bizarres Verhalten zur eindringlichen Schleheckschen Erzähl­atmosphäre. Eine Ebene höher schwingt nicht selten eine Metaversion: Der Schokoladenweihnachtsmann fungiert in paralleler Deutung als Erektion. Krause Gedanken implizieren Schamhaar – im Kontext der Story ein abstoßendes Bild, die Rasur ein Betrug. Der Rächer enttarnt sich als mitschuldig, will er den Toten rächen oder den Verlust seines Vergnügens? Selbst an der herzerfrischenden Schoko-Erotikerin verstört die Heftigkeit ihrer Leidenschaft.

Vorsicht: Keine Lektüre für harmonieliebende Gemüter, einige dieser Storys klingen nach. Umso frappierender der Kontrast zur sympathischen Erscheinung der Oberstudienrätin Schleheck. Herrlich überzeugend ihre harmlose Stimme beim Vortrag von Mein Frank, der Geschichte einer blindwütig naiven Mutter, enthalten in Klappe zu – Balg tot. Gewendete Spiegelung des Buchs in einer metallenen Klappe Einprägsamer Titel, sein Humor passt und punktet. Mit diesen rund 140 Seiten präsentiert der Hagener Cenarius-Verlag einen Einblick in Schlehecks Kunst.10 Privat weiß die Autorin vier Söhne und eine Tochter zu bändigen.11

Zu den Fotos: Wappnen Sie sich gegen Betroffenheit, keins meiner Bilder zeigt die richtige Klappe. In der Titelgeschichte kommt eine Schuldige zu Wort, die “Kreatur” wird nicht verurteilt für ihre Tat. Den ersten Hinweis auf die übergeordnete Lesart gibt Schleheck hier mit dem Datum, dem Vierundzwanzigsten – ebensoviele bitterböse Kurzgeschichten enthält das Buch. Bewertungstechnisch grenzt das schon an Statistik, anbei die Hettensche Meinung in Zahlen:12

Nur zwei von vierundzwanzig, ein überwältigendes Ergebnis. Noch besser als die geniale Anthologie Mordsmütter.13 Fazit: Lesen und erschauern – wenn Sie sich trauen. Barny Schött hat sich nicht getraut …14

*** Anhang ***

Meine Highlights unter so vielen, quasi die highesten Lights:

  • Wenn der Postbote zweimal klingelt (Schoko-Erotik)
  • Mein Frank (Ein Wonneproppen)
  • Sonne auf der Hoteltapete (Traurig-schön, doch dann …)
  • Hallo Taxi! (Wilmaaa!)
  • Überlebenstechnik (Aus dem Tagebuch eines jugendlichen Unsympathen)
  • Schweinigeleien (Gna!)

  1. Imho ein treffendes Synonym für das Ruhrgebiet, mal subjektiv vom Westrand der Republik her betrachtet. []
  2. Nebst Literatur produziert Schleheck in den Bereichen Drehbuch, Hörspiel und Theater, ihre Arbeiten wurden mehrfach ausgezeichnet. []
  3. Statistisch exakt: Zu zwei Dritteln []
  4. Mitunter so überzeugend, dass ich die Figur als Gegenüber wahrnehme und auch schon mal beschimpfe []
  5. Raffiniertes Kreiskonstrukt []
  6. Manches darin ermöglicht erst seine Nichtexistenz. Eine Verwandte hat mir einst erzählt, wie sie auf die erste Monatsblutung vorbereitet worden ist: Ganz ähnlich, nur dass sie eine Generation vor Schleheck geboren war und sich ihre Einlagen selbst häkeln musste. Bis heute denke ich mit leisem Grauen daran, wie alleingelassen sie sich gefühlt haben muss. []
  7. Laut Danksagung von Ernst Wurdack. “Oh wie schön ist Paslama” zum Beispiel passt leider nicht dazu. Dem urkomisch beschriebene Reiseversuch fehlt das fiese Element. Dafür ist er eines der – sorry, imho nur sieben – Highlights in Noch mehr Schoten – Neue Geschichten aus’m Pott. []
  8. Mich jedenfalls macht sie aggressiv, diese Tusnelda von Ehefrau. Was muss sie den armen Kerl denn gleich … Andere werden Genugtuung empfinden. []
  9. Meine Deutung der Geschichte. Frage mich noch immer, ob die etwa mit dem Penner …? []
  10. Oder Abgründe? Bin mir da nicht ganz sicher. []
  11. Selbige mögen mein Verb belächeln. []
  12. Die ausführliche, dafür etwas unübersichtliche und ungeheuer todernst gemeinte Auflistung meiner Spontankommentare finden Sie im Anhang als Grafik []
  13. Mit Storys von neunundzwanzig Autor/inn/en, wie zum Beispiel Jutta Maria Herrmann (2), Myk Jung, Kerstin Lange, Harry Michael Liedtke, Ingrid Noll (2), Thomas Nommensen und Regina Schleheck (2, Mitherausgeberin) []
  14. Die Lektüre von Weichei wird Ihnen diese Bemerkung erhellen. Typisch Schleheck mal wieder, dass der Penner ein rohes Ei verzehrt … []