Die Macht des Ypsilon

Mein Vater pflegte auf beruflich notwendige Besitztümer ein I und ein H zu malen. Für Ingmar Hetten.1 So erkannten gedankenlos zugreifende Kollegen sofort: „IH! Das ist ja gar nicht meins!“

An einem der idyllischen Tage meiner Teenagerzeit stürzte er mich in Verwirrung: Er nahm stattdessen ein “Y”. Fürderhin blieb er dabei. Nun gut, es ging schneller, und es sah ziemlich cool aus. Aber wieso gerade ein Ypsilon?

Das sei die Lebensrune, erklärte mir Ingmar Hetten. – Mein Vater war so gar nicht esoterisch, deshalb hat sich mir die Macht dieses Zeichens lange Zeit nicht erschlossen. Über Jahrzehnte hinweg hielt ich die Sache mit dem Ypsilon für einen Scherz.

Erst während der Lektüre eines Y-Flyers gedachte ich wieder der väterlichen Marotte. “Baderey”, las ich, und “Schneiderey, Seilerey, …” Arglos schlug Mohicain ein Kniffelspiel vor … auch bekannt als Yatzee. Schon wieder die Rune … ein Zeichen!

Ich nannte mich Ynga und gewann das ganze Blatt.

Auf dem Flyer finden sich eine Menge Y, wohl um die Schreibweise besonders mittelalterlich wirken zu lassen - Baderey, Schneiderey, Seilerey, Papyrer, ...

P.S.: Die Phantasie- und Mittelaltertage Saarbrücken finden im Deutsch-Französischen Garten statt, einem großen Landschaftspark nahe der Landesgrenze.2

  1. Autorinnenvaterpseudonym []
  2. Dort habe ich das Ende meiner Lehrzeit als Landschaftsgärtnerin absolviert. []

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