Der Leo-Aspekt

Na sowas!

Sie haben den (etwas) versteckten Link entdeckt, der zu meinem Privatvergnügen einige Stationen der Espressokanne zeigt. Vom kleinen Gag am buchstäblichen Rande, den ich später löschen wollte, bis hin zum animierten GIF, von dem ich mich nun doch nicht mehr trennen kann - immer dasselbe mit diesen albernen Bildchen. ;)

Die erste Skizze

Das dampfende Dingsda hatte ich schnell am Bildschirm gemalt, für den Espresso-Link, damit ich ihn anklicken und darüber lachen kann.

hingekrakelte Espressokanne mit Flecken als Qualm

Mich amüsierte, neben dem todernsten "Impressum" sinnloserweise das ähnlich (aber vielversprechender) klingende Wort "Espresso" auftauchen zu lassen. Und dann tatsächlich einen Espresso zu liefern, dem Auge zumindest. Übrigens: Mir behagt das umständliche Getue mit der Cafétière, ich mahle sogar die Espressobohnen von Hand. Andere würden den Espresso vielleicht eher so hinzeichnen, wie er in der Gastronomie serviert wird. Oder eine von diesen HighTech-Maschinen. Oder einen Tee.

Auf dem Weg zur Vorlage

Nur diese Kanne zu sehen war auf Dauer langweilig. Auch wollte ich den Gag Mohicain vorführen, aber nicht mit dem stümperhaft gekrakelten Bildchen (Mohicain kann zeichnen).

Kannenartiges Gebilde, zusammengesetzt aus Vielecken. Dicke rote
                              Linien, nichts passt richtig

In Corel Draw machte ich die Skizze zum Hintergrundbild und malte eine gescheitere Kanne darüber. Eine Ebene höher legte ich geometrische Figuren an, um eine aus Objekten zusammengesetzte und vor allem aus geraden Linien bestehende Vorlage für die Weiterentwicklung zu erhalten. Zum Vergleich musste das Foto auf meinem Verpackungskarton herhalten. (Das Rot diente zur schnellen Identifizierung der obersten Ebene.)

Die Vorlage

Fertig zusammengefügt sah das schon ganz nach Mokkamaschine aus.

Ueberzeugendere Skizze einer Espressokanne. Schmale
                        schwarze Linien, alles sitzt wo es hingehoert.

Es gab aber noch keine Objekte. Wozu eigentlich die Arbeit, als JPG-Bild exportiert konnte ich es doch in Coral Paint mit dem Pinsel anmalen ...

Die erste Kanne

Das JPG-Bild, bunt ausgemalt und in ein GIF konvertiert.

Die Figuren sind in unterschiedlichen
                              Grautönen eingefärbt,
                              die Linien wieder dick und außerdem ziemlich verpixelt

Nettes Cartoonbildchen, fand ich. Ausreichend für ein spaßig animiertes GIF.

Probe-GIF

Müde von einer Spülschicht konnte ich die Kanne minutenlang anstarren. Und entweder gar nicht wahrnehmen oder überlegen, was sie wohl quaken mochte.

Die Kanne wackelt hin und her und klappt dabei den Deckel
                              auf und zu. Endlosschleife.

Yo, das Bildchen war gut für den Lacher beim ersten Anklicken. Aber später, beim -zigsten Klick? Lohnte sich dafür ein eigener, vielversprechender Link? Auch die Qualität der Zeichnung passte mir nicht, etliche Pixelfehler wünschten noch von Hand nachbearbeitet zu werden. Aber es war ja nur ein Gag, nicht einmal zur Veröffentlichung bestimmt. Und dafür hatte ich wahrhaftig genug Zeit investiert! Also quakte die Kanne ein paar Wochen lang unbehelligt vor sich hin.

Auf dem Weg zur zweiten Vorlage

Dieser Espresso-Gag ließ mir einfach keine Ruhe. Der war lustig, ich wollte ihn auf der Website haben, und sei es nur zu meinem eigenen Amüsement. (Ja, ich lache auch, wenn keiner zuhört.) Also machte ich mich doch wieder darüber her.

Bessere Qualität bei der Einfärbung. Sehr feine Linien.

Wenn man Corel Draws Kurven zu Objekten schließt, dann lassen sie sich mit dem berühmten Eimerchen einfärben. Natürlich würde ich auch daraus wieder ein GIF machen, doch so herum war es kein Gepfriemel und von besserer Qualität.

Die zweite Vorlage

Paar Farbverläufe für's Plastische, ein Scharnier am Deckel, das Ventil und Thermo-Riffel für den Griff. Fertig, aus, genug Zeit in eine Flause investiert! Ist diese Kanne nicht klasse im Vergleich zur Skizze und zur ersten Vorlage?! Viele weitere Feierabende habe ich damit zugebracht, mit diesem Star den kleinen Espressofilm zu erstellen.

Farbübergänge bringen einen plastischen Touch hinein, der
                              Griff hat jetzt etwas meht Substanz

Mohicain sagt dazu: "Dem Griff fehlt die Perspektive, und ... naja, Du bist halt keine Zeichnerin. Dafür ist es in Ordnung."
Öhm, stimmt. Den Griff als Draufsicht zu zeichnen hatte ich als unnötig erachtet. Zum "und ..." kann ich nichts sagen, es klang nach einer Menge Fehler. Inzwischen finde ich mein Werk längst nicht mehr so herrlich wie in den ersten Tagen nach seiner Fertigstellung. Für den Gag reicht es aus. Eigentlich müsste ich jedes der vierzig Einzelbilder perspektivisch bearbeiten ... oje. Vielleicht zeichnet mir Mohicain ja mal eine richtig gute Kanne. Bzw. vierzig. ;)